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ausgabe auch die Möglichkeit gegeben, dem Verkehr plötzlich gebrauchte
Mehrmengen von Geld in Form von Banknoten zur Verfügung zu stellen.
Die Frage war aber, ob sie den Riesenanforderungen gewachsen. sein
würde, die nun an sie herantraten.
Dabei bestanden zwei Schwierigkeiten: daß die Reichsbank gesetzlich
verpflichtet war, jede ihr vorgelegte Reichsbanknote auf Verlangen in
Gold umzuwechseln, und daß sie nur dreimal so viel Banknoten ausgeben
durfte, als sie Gold, Metallgeld und Reichskassenscheine in ihren.
Kassen hatte.
Über die erste dieser Bestimmungen hat sich die Bank hinwegsetzen
müssen. Sie hat tatsächlich schon am Nachmittag des 31. Juli 1914, als
der Zustand der drohenden Kriegsgefahr erklärt wurde, nachdem ihr bereits
über 100 Millionen M. Gold entzogen waren, im Widerspruch mit dem
Gesetz die Einlösung ihrer Noten in Gold eingestellt, um ihren Goldvorrat.
zu schützen.
Das wurde nachträglich durch Gesetz vom 4. August 1914 genehmigt;
dies Gesetz hob die Einlösungspflicht der Noten in Gold auf,
blieb aber im übrigen bei allen Vorschriften des alten Bankgesetzes, auch
bei der Dritieldeckung der auszugebenden Noten. Nur insofern brachte
es eine Neuerung und Erweiterung des Bankgesetzes, als neben der
Reichsbank eine Darlehnskasse gegründet wurde. Diese wurde geschaffen,
um an Stelle der Reichsbank Wertpapiere und außerdem auch Waren zu
bevorschussen. Diese Vorschüsse gibt sie in Darlehnskassenscheinen, und
diese Darlehnskassenscheine wurden nun als Banknotendeckung wie Metallgeld
und Reichskassenscheine anerkannt. Die Reichsbank darf also seitdem
nicht nur dreimal so viel Noten wie sie Gold, Metallgeld und Kassenscheine
hat, sondern auch dreimal so viel, wie sie Darlehnskassenscheine
hat, ausgeben.
Das ist das ganze gesetzliche Rüstzeug, das man der Reichsbank
gegeben hat, um den Krieg zu überstehen und allen Ansprüchen entsprechen
zu können, die der Zahlungsverkehr an sie stellen sollte. Sie ist dieser
Aufgabe glänzend gerecht geworden, und ihre Leistungen werden stets ein
Ruhmesblatt in ihrer Geschichte bilden. «
Wie wickelten sich nun die Dinge ab? Die schlimmste Zeit für
die Bank waren die ersten 8 Tage vor und die ersten 8 Tage nach der
Kriegserklärung aus den oben schon geschilderten Gründen. In diesen
Zeitabschnitten wurden bei der Bank an Banknoten abgehoben