Die letzten Verständigungsversuche
Wenige Wochen nach ihrer Unterzeichnung brach die
jungtürkische Revolution aus. Die zunächst stark unter
französischem und englischem Einfluß stehende neue
Richtung war dem ‚deutschen‘ Bagdadunternehmen
gegenüber stark voreingenommen. Aber die Bagdadverträge
hielten Stich gegenüber aller Prüfung und Kritik;
auch die Jungtürken mußten sich überzeugen, daß die
Durchführung des begonnenen Werkes ein lebenswichtiges
Interesse für die Türkei darstellte.
Von deutscher Seite aus wurde unter den neuen Verhältnissen
ein neuer Versuch gemacht, in den türkischen Angelegenheiten
mit Frankreich und England zusammenzugehen.
Auf deutsche Anregung hin fand sich im Herbst
1908 die Gruppe der Deutschen Bark, die französische
Gruppe der Ottomänischen Bank und eine englische, Sir
Ernest Cassel nahestehende Gruppe zusammen, um der
neuen Türkei durch einen Vorschuß und im Anschluß
daran durch eine Anleihe über ihre finanziellen Schwierigkeiten
hinauszuhelfen. Auch in der Frage der Bagdadbahn
wurde die Fühlung mit England vorsichtig wiederaufgenommen.
Im Herbst 1909 traf ich mit Sır Ernest
Cassel, der inzwischen durch die Gründung der Banque
Nationale de Turquie ein größeres Interesse an den türkischen
Geschäften genommen hatte, in Konstantinopel
zusammen; die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit in
den türkischen Geschäften, insbesondere im Bagdadbahn-Unternehmen,
wurden dabei erörtert. Gegen Schluß
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