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zu Wien gewonnen, daß man ihm die Friedens-Negociation
abnahm und dem Grafen Neuperg uͤbertrug. Er wußte wohl,
und als Augenzeuge, der selbst die Festungswerke untersucht
hatte, wußte er sehr wohl, daß Belgrad stark genug sey, die
heftigste Belagerung der Türken auszudauern, aber davon erfuhr
Neuperg aus seinem Munde kein Wort, sonst hätte
Neuperg durch irgend ein Mittel den Schaden des schon geschlossenen
Traktats gut machen mögen. Ihm mag wohl eingefallen
seyn, daß in den Depeschen des Kouriers, der während
Neupergs Aufenthalt im kürkischen Lager nach Siebenbürgen
abgegangen war, manche wichtige neue Instruktion für
Neuperg enthalten seyn könnte; aber auch nicht als einer zufalligen
Erinnerung gedachte er dessen gegen Neuperg; sonst hätte
Neuperg auf der schnellen Vollziehung des Traktats nicht bestehen
mögen, und Neupergs Fehler sollte unwiederherstellbar seyn.
Schon seit vier Tagen hatte der Bassa von Romilien
mit 800 Janitscharen das Kaisersthor von Belgrad besetzt, da
der Kourier aus Siebenbürgen mit den kaiserlichen Depeschen
für den Grafen von Neuperg endlich zurückkam, Neuperg mit
schauervollem Erstauen nun erfuhr, wie unerwartet zu Wien
es seyn werde, daß Belgrad verloren sey. Briefe von Münnich
kamen bald noch hinzu, und in diesen die bittersten Vorwürfe,
daß man Rußland verlassen habe, gerade da so eben
die rechte Periode der Demüthigung der Pforte durch die
russischen Waffen aufing. Man hörte von Münnichs neu
erfochtenem Siege und von Eroberung der Festung Choczim.
Man begriff nun endlich, wie unweise es gewesen sey, der
Mediation des französischen Gesandten zu trauen, dem es weit
näher lag, das Zutrauen der Pforte zu erhalten, als für das
Interesse von Oestreich und Rußland zu sorgen.
Alles war nun verloren. Hätte auch der Kaiser die entworfene
Friedenspunktation nicht ratificiren wollen, die Türken