unermüdlichem Fleiß, hat er mir nahe gestanden. Sein Zusammen-
arbeiten mit dem Generalstab in militärischen Dingen geschah aus
voller Überzeugung von der Notwendigkeit, unsere Verteidigungs-
fähigkeit gegen etwaige feindliche Angriffe stärken zu müssen. Drei
neue Rheinbrücken bei Rüdesheim, Neuwied und der Loreley wurden
in Angriff genommen; sie wurden erst während des Krieges voll-
endet und nach dem Kronprinzen, Hindenburg und Ludendorff be-
nannt. Im Osten wurden große Bahnhofserweiterungen, Brücken
und neue Linien gebaut, auch noch während des Krieges.
Im Westen wurden als weitere bedeutungsvolle Arbeiten von
Breitenbach durchgeführt: die große Rheinbrücke bei Cöln als Er-
satz für die alte Gitterbrücke, ferner eine neue Brücke am Bayen-
turm für den Güterverkehr, sowie neue Bahnen in der Eifel. So-
dann wurde auf meine spezielle Anregung hin eine durchlaufende
Linie von Gießen bis Wiesbaden durchgeführt mit Umbau der
Bahnhöfe von Homburg und Wiesbaden und einer Schleife um
Frankfurt und Höchst. Ferner wurden Züge mit durchgehenden
Wagen von Vlissingen direkt nach dem Taunus eingelegt. Da man
es niemals allen recht machen kann, waren wir — wie ich nebenbei
erwähnen will — seitens der Frankfurter Hotelbesitzer starken An-
griffen ausgesetzt. Sie waren ob dieser Ausschaltung Frankfurts und
des früheren Umsteigezwanges natürlich nicht erfreut, da ihnen viele
Kunden auf diese Weise verloren gingen, die früher gezwungen
waren, eine Nacht in Frankfurter Hotels zu verbringen. Besonders
gegen die Höchster Umgehungsschleife hatten diese Kreise eine sehr
energische Opposition ins Werk gesetzt.
Der Sieg im Streit um den Mittellandkanal war endlich zu-
gunsten meiner Pläne entschieden. Der Bau ging unter Breiten-
bach mit großen Schritten in Abteilungen vorwärts. Was von
diesem Werk in Gebrauch genommen werden konnte, das hat den
Erwartungen vollkommen entsprochen. Auch die außerordentlich
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