stand meinem Vater nahe und wurde von ihm geduzt, da er einstmals
sein Spselgefährte gewesen war.
N
Unter den Gelehrten, die im Elternhause verkehrten, wären außer
Birchow und Helmholtz noch der Altertumsforscher Ernst Curtius, die
Hlstoriker Ranke und Treitschke, der Bhflosoph Zeller, der meiner Mutter
nahe stand, ferner Geffcken und Gustav Freptag zu nennen. Gesscken
habe ich persönlich, soweit ich mich entsinne, niemals gesehen, Treitschke
hat tiefen Eindruck auf mich gemacht. Dagegen bin ich von Greytags
etwas weicher Natur sehr enttäuscht worden. Ich hatte mir nach seinen
Werken, die ich, besonders die „Ahnen“, mit Begelsterung gelesen hatte,
elne ganz andere Vorstellung von ihm geschaffen. Ubrigens hat er nach
Hinzpeters Mitteilungen auch meinen Bater 1870, fretlich in anderer
Beziehung, enktäuscht. Er hatte ihn nämlich in seinem Stabe mitgenommen
und große Hoffnungen auf seine Kriegsschilderungen gesetzt,
die aber nicht erfüllt worden sind. Schlkeßlich gedenke ich noch
des Historikers Hans Delbrück, des nachmaligen Professors an der
Berliner Untversität. Er war Erzieher meines 1870 heimgegangenen
Bruders Waldemar und hat viel mit meiner Mutter Üiber politische
und historische Fragen gestritten, was ihr immer großen Spaß gemacht
hat. Hier waren einmal zwei widerspruchslustige Naturen
aneinander geraten.
Eine unendlich spmpathische Figur, die ich verehrt und bewundert
habe, war der frühere Erzieher meines Baters, der Archcologe
Professor Ernst Curtius. Wegen seiner hinreißenden Begessterung
für das antike Hellas und die Hellenen möchte ich ihn den Herold
des alten Griechentums nennen. Seine für gewöhnlich träumerisch
und versonnen in weste Fernen blickenden Augen leuchteten auf,
wenn er über sein Hleblingsthema sprechen konnte. Man gewann
den Eindruck, er sähe die Bersonen und Dinge der klassischen Zeit,
von denen er sprach, leibhaftig vor sich, so lebensvoll verstand er
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