Contents : Handwörterbuch des Sächsischen Verwaltungsrechts. Erster Band (A-K). (1)

128  Beschlagnahme

zugelassen  werden;  bei  Beschälseuche  darf  ein  Wechsel  des  Standortes
nicht  ohne  Anzeige  bei  der  Polizeibehörde  stattfinden;  bei  größerer
Verbreitung  ist  von  14  zu  14  Tagen  tierärztliche  Untersuchung  aller
Deckhengste  vorzunehmen  und  das  Landstallamt  durch  die  Amtsh.  zu
benachrichtigen.

Beschlagnahme'  und  Einziehung.  I.  Allgemeine  Vermögensbeschlagnahme
  ist  nur  nach  eröffnetem  Konkurs  (RKonkursordnung
vom  10.  Jan.  1877  S.  351  §  107),  nach  Untersuchungseinleitung  wegen
Hoch=  und  Landesverrats  (StB.  §  93,  St  PO.  8  480),  beim  Verfahren
  gegen  Abwesende  überhaupt  (St  PO.  §§  332—335,  326)  und
gegen  Nilitärabsenten  insbesondere  (St  B.  §  140,  St  PO.  S  480)  zulässig,
  im  übrigen  aber  verfassungsmäßig  ausgeschlossen  (BU.  8  53).

*  Mothes,  Die  Beschlagnahme  nach  Wesen,  Arten  und  Wirkungen,
Leipzig  1903  (Beit  &  Co.).

II.  Die  B.  einzelner  Vermögensobjekte  kann  als  Strafe,  als
Akt  der  Zwangsvollstreckung  (s.  d.)  und  als  Vorbeugungs=  bez.  Sicherungsmaßregel
  erfolgen.

1.  Als  Strafe  oder  Folge  derselben  tritt  sie  ein  bei  Verbrechen,
Vergehen  und  Ubertretungen,  auch  in  Materien,  die  nicht  Gegenstand
des  StGB.  sind  (StGB.  88  40—42,  St  PO.  88  477—479,  B6es.  vom
31.  Mai  1870  S.  195  §  5).  Von  Reichsgesetzen  sind  hier  zu  nennen:
StB.  8  152  (Münzverbrechen),  §  295  (Zagdvergehen),  §  296  a  (Fischereivergehen),
  §  335  (Beamtenbestechung),  §  360  Schlußsatz  Eeltungerile
Waffenvorräte,  Stempel,  Siegel  und  Platten  s.  Münzwesenl,
bildungen  und  Spielgelder  (s.  Glücksspiel),  §  367  Schlußsatz  enf,  ias
und  verdorbene  Nahrungsmittel,  verbotene  Waffen,  Selbstgeschosse),  §  369
Schlußsatz  (vorschriftswidrige  Maße  und  Gewichte,  s.  d.),  ferner  Bes.
12.  Okt.  1867  §  11  (Salzabgabe),  BZollges.  vom  1.  Juli  1869  8§  134,
135,  147,  154,  Rees.  vom  1.  Juli  1869  über  die  Sicherung  der  Zollgrenze
  Art.  1,  REes.  zum  Zollkartell  vom  9.  Juni  1895  §§  3,  4,
Rees.  vom  3.  Juli  1878  88  10,  14  (Spielkartenstempel),  vom  19.  Juni
1901  (Urheberrecht  an  Werken  der  Literatur  und  Tonkunst),  vom  11.  Jan.
1876  8  14  (Musterschutz),  vom  12.  Mai#1894  §8  17,  19,  22  (Warenzeichen),
  vom  26.  Mai  1885  8§  3  (Papier  der  BReichskassenscheine),  vom
14.  M###  1879  §8  8,  10—15  (Nahrungemittel),  vom  5.  Juli  1887  §  13
(schädliche  Farben),  vom  25.  Juni  1887  §  6  (blei=  und  zinkhaltige
Gegenstände),  vom  15.  Juni  1897  §  19  (Margarine),  vom  7.  Juli  1902
8  9  (Süßstoffe,  vom  24.  Mai  1901  §8  13,  16,  18  (Wein),  vom  3.  Juni
1900  §88  26—28  (Fleisch),  vom  1.  Alai  1894  §§  65  1,  66  1  (Biehseuchen),
vom  20.  Juli  1881  8§  5  (Schankgefäße),  vom  1.  Juni  1898  §  12
(elehtrische  Maße),  vom  16.  Juli  1884  §  9  (Gold=  und  Silberwaren),
vom  22.  März  1888  §  7  (Vogelschutz),  vom  9.  Juni  1884  §§  5—8,  11
(Sprengstoffe),  vom  10.  Mai  1903  §  2  (Zündhölzer),  vom  19.  Mai
1891  §  9  (Handwaffen),  vom  13.  Juli  1899  §§  187,  188  (JInvalidenversicherung).
  Dazu  kommen  die  Landesgesetze  über  Jagd  und  Fischerei