108 Einlösungsrecht und Jus delendl im Gantversahren.
Hyp. Ges. é. 64.
Prozeßgesetz von 1837, §S. 98 vgl. mit §. 114.,
Gönner's Kommentar zum HG. Bo., S. 531.
Die Appellanten wissen daher noch gar nicht,
ob sie je in die Lage kommen, von diesen Rechten
Gebrauch machen zu können. Eine Beschwerde
derselben ist daher noch nicht geboren, vielmehr
wird die Möglichkeit der Ausubung dieser Rechte
erst durch das Ergebniß der Subhastation bedingt,
und es ist jedenfalls sehr voreilig, gegen die Subhastation,
aus welcher möglicher Weise das Reluitions-Recht
erst erzeugt werden kann, jetzt schon“
von vorneherein zu protestiren.
40 Gleich unhaltbar ist der Einwand der Appellanten,
daß sic ohne vorgängiges Prioritäts-Erkenntniß
gar nicht wissen können, ob und wie weitsie
bei der Lizitation der Gantrealitäten mitsteigern
können. Denselben ist aus den Gesetzen bekannt,
daß, sobald der Schätzungswerth der Güter durchdas
Meistgebot erreicht ist, diese mit Ausschluß
des Reluitions-Rechtes:) hingeschlagen werden.
Wollten die Gläubiger die Güter um oder über
dem Schätzungswerth an sich bringen, so müssen
sie als Lizitanten auftreten. Als solchen aber steht
ihnen, den übrigen Steigerern gegenüber, kein besonderes
Recht zu, es entscheidet die freie Konkurrenz
und hängt lediglich von dem Ermessen eines
jeden Lizitanten ab, in wie weit er sein Angebot
steigern will.
Gönner's Komment. zum HG. F. 64, S. 531.
Ein besonderes Vorrecht haben die Gläubiger
deßhalb nicht nothwendig, und es ist ihnen eben
deßwegen keines vom Gesetze gegeben.“
Nachschrift. Die Verlegung ver Versteigetheilten
Erkenntnisse adoptict; derselben folgt auch der
Komment. über die GO. Bd. IV, S. 283, Note 80.
2) S. die vorige Note.