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noch kurz vor dem Tode dieses Sohnes, einmal einen Pfaffen
den Ehesegen über sich und Klara Dettin sprechen lassen? *)
Seine rechte Hand, in der er den Reichsapfel hielt, *y) konnte
er ihr nicht geben, denn die Sängerin von Augeburg konnte
den Reichsapsel nicht mit ihm halten. Aber nach viezehnjährigem
trautesten Umgange, zum letzten Unterpfand seiner
ewigdauernden Liebe, die keinen Bürgen mehr nöthig hatte,
gab er ihr in Pfasfengegenwart und unter Pfaffensegen wenigstens
die linke. Gerade mehr nicht als dieses geschah, aber
auch wenigstens an diesem läßt sich kaum zweifeln.
Auf des ältesten Sohnes Grabmal steht rechtmäßiger
Sohn; doch heißt er zugleich aber nur der edle Friedrich.
Hier liegt der edle Friedrich, ein rechtmäßiger
Sohn des Durchlauchtigsten Kurfürsten von der Pfalz —
eine treffendere Darstellung eines aus morganatischer Ehe erzeugten
oder durch morganatische Ehe legitimirten Sohnes, die
so ganz Alles sagte und doch das Wort selbst nicht sagte,
hätte sich schwerlich ausfinden lassen.
Hier liegt der edle Friedrich. Sein Grabdenkmal steht
neben dem Grabdenkmale seines Vaters, gerade neben der
Stelle, wo sich sein Vater, der Kurfürst, sein eigenes Grab
längst vorher ausersehen hatte. Ein Bastard hätte auf eine
Ehre dieser Art nie Anspruch machen können, aber auch kein
rechtmäßiger Sohn, aus rechtmäßiger Ehe erzeugt, hätte sich
auf dem Epitaphium seiner Mutter zu schämen gehabt.
*) Kremer in seiner sonst so vortrefflichen Geschichte Friedrichs
des Siegreichen hat diesen Punkt gar nicht so in's Klare gebracht,
als er meines Erachtens durch obige Kombination aller
kleinen Umstände gebracht werden konnte. Er glaubt auch
Seite 531, daß wenn je eine Trauung vorgegangen, so sep sie
erst 1476 oder kurz vorher geschehen.
*8) So ist Friedrich abgebildet auf seinem Epitaphium.