III Naturgeschichte. 61
Sie zieht also beim Eintritte in den Körper an den Geruchswerkzeugen vorüber.
Da nun die schädlichen Beimengungen der TLuft meist durch den Geruch
wahrnehmbar sind (Beispielel), so ist die Nase gleichsam ein Wächter des Körpers.
Die Uase ist ferner mit einer haut ausgekleidet, die fortgesetzt Schleim
absondert (Schleimhaut). Daher nimmt die Ztemluft auch beständig Seuchtigkeit
auf. Sugleich lagert sich der Staub, den sie etwa mitführt, größtenteils auf dem
Schleime ab. Endlich erwärmt sich die Luft beim Durchgange durch die Nase wie
an einem Ofen. Klles dies ist von größter Wichtigkeit; denn gegen kalte Luft
und Staub sind die zarten Lungen sehr empfindlich, und die Ktemwerkzeuge müßten
sehr bald austrocknen und sich heftig entzünden, wenn die eingeatmete Luft nicht
immer wieder mit Seuchtigkeit bereichert würde. Es ist daher notwendig, durch
die Nase zu atmen.
S. Die Luftröhre mit dem Nehlkopfe (l. Abb. S. 66). Kus der Rachenhähle fließt
die Luft durch die Luftröhre in die Lungen. Km oberen Ende erweitert sich dieser
Kanal zum Stimmwerkzeuge, dem Kehlkopfe. Die Schleimhaut, von der er ausgekleidet
ist, bildet zwei Falten, die in der Ruhe so weit voneinander entfernt sind,
daß die Ktemluft ungehindert (lautlos) zwischen ihnen hindurch streichen kann. Werden
diese Itimmbänder aber gespannt, so nähern sie sich bis auf einen schmalen Spalt.
Dann werden sie durch den Luftstrom, der aus den Lungen kommt, in Schroingungen
versetzt: es entsteht wie bei einer Pfeife ein Ton.
Da die Luftröhre vor der Speiseröhre liegt, muß die MUahrung beim DOerschlucken
über den Nehlkopf hinweggehen. Er wird darum während dieses Dorganges durch
den Kehlkopfdeckel verschlossen. Sprechen wir während des Schluckens, so gelangen
leicht Speiseteile in den Luftweg („falsche oder unrechte Kehle“). Sofort stellt sich durch
heftiges Kuspressen der Luft ein husten ein, der den Eindringling wieder entfernt.
4. Die Lungen (s. Abb. S. 66). a) Derzweigung der Luftröhre. Die Luftröhre
teilt sich am unteren Ende in zwei äste, die sich in immer engere Nanäle auflösen.
Diese Röhren sind ebenfalls von einer Schleimhaut ausgekleidet. Der abgeschiedene
Schleim wird gleich dem eingedrungenen Staube als HKuswurf aus dem Ulörper entfernt
(warum nötig?).
b) Die Lungen. Die feinsten Derzweigungen der Luftröhrenäste enden in zarte,
elastische Bläschen. Diele Millionen dieser Cungenbläschen stellen die hauptmasse
der beiden Lungen dar, die in der Brusthöhle aufgehängt sind. Jedes Lungenbläschen
ist von haarfeinen Blutgefäßen (Haargefäßen) umsponnen, die immer von neuem
mit kohlensäurereichem Blute gefüllt werden. Durch die zarte Wand jedes Bläschens sind
also zwei Luftarten voneinander getrennt: der Sauerstoff der atmosphärischen Luft in den
Bläschen und die Kohlensäure im Blute der Hhaargefäße. Beide Luftarten dringen durch
die Wand der Bläschen und tauschen sich gegenseitig aus: die Kohlensäure wird
ausgecatmet, der Sauerstoff aber aufgenommen und vom Blute fortgeführt.
e) Atembewegungen. Um den Lungen immer wieder Sauerstoff zuzuführen,
atmen wir fortgesetzt. Wie geschieht dies? Brust= und Bauchhöhle sind durch das werchfell
voneinander geschieden, das in der Ruhe kuppelartig nach oben gewölbt ist. Siehen
sich die Muskelfasern des 5werchfelles zusammen, dann flacht es sich ab, so daß die Brusthöhle
erweitert wird. Da nun die Lungen den Wänden dieser höhle eng anliegen, erweitern
sie sich gleichfalls. Infolgedessen wird in ihnen die Luft stark verdünnt, so daß
durch die Ktemwege Luft von außen einströmen muß (Einatmung). Hört das Ein-