106 Exerzieren und Gefecht.
a) Zunächt milssen ihm die Entifernungen bis 400 u geläufig werden. Zu
biesem Zweck werden in verschiedenen Rlchiungen Entfernungen von 200, 300 und
400 m abgesteckt, die er sich als Maheinheiten einprägt.
Demnächst muß der Anfänger an diesen abgesteckten Entsermungen lernen, daß
bestimmte Strecken um so kürzer erscheinen, je weiter sie entsernt sind.
5) Bei zunehmender Emsernung empfiehlt es sich, daß der Schätzen zunächst
eine Teilung der Gesamtstrecke in zwei Hülften oder auch nach hervor-
tretenden Geländepunkten vornimmt und die Teilstrecken dann mittels der ihm
geläusigen Maßeinhetiten ermittelt.
Such kann es zweckmäßig sein, wenn dee Schätzende zunächst darüber urteilt,
wie rof die Enisernung bis zum Schäzungspunkt höchstens sein kann, und
wie groß sie mindestens sein muß. Aus beiden, übrigens in möglichst engen
Grenzen zu haltenden Annahmen wird alsdann vas Mittel gezogen und dos so
Bewonnene Ergebnis unter Umständen auf Grund anderer Wahrnehmungen berichtigt.
Ist das Gelände bis zum Ziel nicht überall einzusehen, oder follen auf langen,
gleichmößigen Flächen Entfernungen geschätzt werden, so kann es blsweilen vorteil-
haft sein, die Anfangs- und Endpunkte der zu schätzenden Strecke seimmärts auf
eine Beumreihe, einen Waldrand usfw. zu übertcagen und an dlesen Linien die
Schätzung vorzunehmen.
Uüuce Mannschaften mülssen kürzere Strecken sicher abzuschreiten vermögen und
sich die Zahl ihrer Doppelschrikte auf 100 m einprägen. n »
- Hand in Hand mit dem Entfernungsschäyen geht das Bifierstellen. Ist die Eut-
fernung geschüßt, stellt der Schütze, falls er nicht erst auf Befehl zu handeln hat. mi
der rechten Hand auch schon sofort den Visierschieber auf die gewählte befobiene)
Marke ein. Das Bisterstellen hat schnell, aber genau zu erfolgen
Beim Schätzen ist folgendes noch ztt beachten: Die Strecke bis zum Ziel. wir
atn Erdboden mit dem Auge abgemessen, wobes vielkach der Grad der Deutlichkeit
des Ziels die richtige Bestinmnung der Entfernung erleichtert. Ferner konunt neben
der Art des Geländes der Einfluß der Beleuchtung, die Witterung und die Tages-
beit in Betracht. * ·
Dicschsätzaagsmwn4wmUnddarüber-Endkutsptcchesidsdchisiermtraf
Jdnfxigergbzukundcm 1 1
Es wird meistens zu kurs geschätzt: bei grellem Sonnenschein, bei reiner
Luft, beim Stand der Sonne im Rücken des Schäbenden, auf gleichförmigen Flächen,
über Wasser, bei hellem Hintergrund, bei welligem Gelände, namentlich, sobalo
einzelne Strecken nicht einzusehen sindv. Dagegen wird häufig zu weit geschätzt:
bei Aimmernder Luft, dunkelem Hintergrund, bei einem Standpunkt gegen die Sonne,
bei träbem, nebeligem Wetter, in der Dämmerung, im Walde und gegen nur teflweise
sichibare Gegner. ·
sisiawudw «
Bis 1000 m wird grundsätzlich mit 1 Visier geschossen. Uber 1000 m werden
bei unbetannter Gnifernung in der Regel 2 um 100 m auseinanderliegende Visier-
stellunden gleichzeitig verwendet. Bei zuverlässsger Entfernungsermittlung oder bei
günstiger Beobachtung am Ziel kann man auch über 1000 m mit 1 Bister
schießen. 2 Bisiere werden auf die Glieder, und zwar zunächst vas niedrigere auf
dDas vordere, das höhere auf das hintere Glied verteilt.
Wurden zwei Visiere verwenvet und soll nur eins umgeänvert- werden, so
sällt „BVisier“ im Kommando fort; wurde z. B. vorher mit Visier 1100 und 1200
geschofsen, so wird 1200 in 1000 umstellen! kommandiert.
Haltevorschrift.
Der Haltep#uukt ist grundsätzlich Ziel aufsitzen.
Ausnahmen: Er kann auf Besehl geändert werden, wenn besondere
Umstände es erfordern (z. B. bei seitlich wehendem Wind und geringer Zielbreite
oder großen Zwischenräumen zwischen ven einzelnen Zielen) oder gegen in Stellung
befindliche niedrige Ziele. Hier ist aber mein Mifierwechsel rorzuziehen.