Verpflegung im Felde. 103
Bei plötzlich entstehendem Alarm hängt jeder Soldat um und eilt an feinen
Piatz dei den Gewehren.
Die Stunde des Aufbruchs wird in ver Regel vorher besohlen. In diesem
Falle find vorher alle Feuer forgfällig zu löschen. Die Wachen rülcken unter
nötiger Sicherung gegen den Feind ein. Die Truppen ordnen sich zum Abmarsch.
Bei allen Handlungen im Biwat denke der Mann an die Folgezett. Die Waften
müssen, ebenso wie ver Anzug, auch im Biwak in Ordnung gehalten werden, sonft
leidet die Kriegstüchtigkeit der Truppe. Das Reinigen, Nähen, Klopfen, Bürsten ift
deshalb von befonderer Wichtigkeit, weil im Ernstsalle sehr viele Biwaks sein
werden, bei denen der eine Anzug sehr mitgenommen werden dürste! — Jeder
Mann ist für seine Sachen, auch für diejenigen, die im Biwak nicht von ihm benut
werden, wie Zeltbahnen fites Offizierszel:t usw., persönlich verantwortlich; er sorge
vafstr, daß er seine Häringe, sein Kochgeschirr usw. rechtzeitig vor dem Aufbruch erhalte,
damit er die betressenden Gegennhände gehörig gereinigt, geputzt und zusammen,
gelegt weiter mit sich führen und später abliefern kann.
Im übrigen suche sich jeder im Biwak nützisch zu machen und greife lebbaft
cen zu, wo es nötig ist. Es kommt daraus an, daß die Truppr bald abkocht, fas
die Verpfegung nicht aus den Küchenwmagen verabfolgt wird, und dann ruht. Man
kanm alr wissen, ob die Rube nicht bald gestörk wird.
G. Verpflegung im Felde. J. O. 450—4
Die Verpflegung erfolgt vurch die OCuarlierml, aus ven milgeführten Vor.
räten, durch Ankauf, Beilreibung oder aus Magazinen. Weiche Art der Verpflegung
an den einzeinen Tagen anzuwenden ist, richtet sich nach den Verhältnissen.
Am beauemsten für die Truppe ist die Quartierverpflegung, auf die jedoch bei
dem Zusammenkommen und den Bewegungen größerer Truppenkörper nur in be-
schränttem Umsang zu rechnen sein wird Es muß dann Lieferung aus Verpflegungs.
kolonnen urdd Magazinen Piatz greifen, weiche u. #. durch die bei den Quarnierwirten
und in der Nähe der Unterkunft vorgefundenen Lebensmittel ergänzt werden kann.
Als dauernden Verpflegungsvorrar führen die Truppen vom Verlassen des
Standortes an einen eisernen Bestand von drei eisernen Portionen mit. Die
enfanterie trägt zwei Portionen im Torniker, die dritte wird in den fahrbaren Feld-
küchen oder, bis zu deren Beschaffung, auf besonderen Fahrzeugen fortgeschafft.
Die eisernen Portionen dürien nur im Noljall und nur auf
ausdrücklichen Befehl angegrisfen werden.
Bei Verpflegung durch den Quartierwirt follen sich die Einquartierten im all.
gemeinen mi# dem Tische ihres Wiries begnugen, sofern bieser nicht weniger als die
Kriegsportion-) biete#. Die volle Beköstigung ist auch dann zuständig, wenn der
Einquartierte zu später Tageszeit eintrifft.
In die Verpflegung unzureichend, so in dies zu melden.
Zur Verbindung zwischen ver Truppe und den Verpflegungskolonnen dienen
die Leben Smittelwagen, welche mit mindestens einer vollen Verpflegungsportion
u#nd einer dreitägigen Teeporlion beladen sein müssen. Der von den Lebensmittel-
wagen entnommene Bedarf wird unverzüglich durch Ankauf, Beitreibung, aus den
Verpflegungskolonnen, Ausgabestellen oder Magazinen ersetzt.
Der auf Selbstkochen angewiesene Soldat wird hierin meist schnelle Fortschritte
machen. Da aber der übermüdete Mann dazu neigt, seine Poriion nur unvoll-
kommen zuzubereiten, ist es vorteilhaft, wo sich Gelegenhcit bictel, gemeinschaftlich
kochen zu cossen. Durch die Feldküchen wird den Mannschaften das Kochen abgenommen
*) Die Kriegsportten entspricht um allgemelnen der großen Beföstigungsportien im Frieden (Kele . 36),
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