Full text : Geschichte der Hohenzollern.

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Rückzugslinie  der  Schweden  ging  über  Linum  nach  Fehrbellin  auf  einem
ziemlich  schmalen  von  Brüchen  und  Buschwerk  eingeschlossenen  Terrain.  Die
Schweden  hatten  beim  ersten  Angriff  des  Prinzen  südöstlich  von  Linum  hinter
dem  sogenannten  Landwehrgraben  Posten  gefaßt,  bis  die  vom  Kurfürsten  zu
Hülfe  gesendeten  Dragoner,  welche  damals  auch  auf  den  Dienst  zu  Fuß  geübt
waren,  an  dem  Kampfe  Theil  nahmen.  Da  zog  sich  Wrangel  hinter  das  Dorf
Linum  zurück,  und  stellte  sich  hier  zwischen  demselben  und  dem  Dorfe  Hakenberg,
  mit  dem  linken  Flügel  an  das  Rhinmoor,  und  mit  dem  rechten  an  die
sogenannten  Dechtower  Eichen  gelehnt,  auf,  ohne  die  letzteren  durch  Infanterie
zu  besetzen  und  sich  vor  Umgehung  zu  sichern.  Diesen  Fehler  benutzte  mit  Umsicht
  der  Prinz  von  Homburg  und  ging  mit  dem  gräößeren  Theile  des  Vortrabs
durch  das  Gehölz,  während  die  übrigen  Truppen  den  geraden  Weg  gegen  die
schwedische  Front  verfolgten.  Ehe  noch  der  Prinz  seine  Bewegung  ausgeführt
hatte,  veränderte  Wrangel  von  Neuem  seine  Stellung  und  zog  sich  bis  Hakenberg
  zurück.

Hier  endlich  entspann  sich  ein  regelmäßiger  Kampf.  Friedrich  Wilhelm
hatte  südöstlich  von  dem  Dorfe  einige  Geschütze,  von  den  Derfflingerschen  und
Bomsdorf'sschen  Dragonern  gedeckt,  an  einem  passenden  Orte  aufgestellt.  Die
Dragoner  waren  abgesessen  und  schossen  auf  die  Schweden  aus  dem  anstoßenden
  Gehölz.  Zu  ihnen  stießen  noch  die  Leibtrabanten  und  das  Regiment  des
Fürsten  Anhalt,  wodurch  natürlich  die  rechte  Flanke  der  Schweden  auf  das
Aeußerste  bedroht  wurde.

Alle  diese  Bewegungen  der  Brandenburger  waren  bisher  durch  einen
dichten  Nebel  den  Augen  des  Feindes  verdeckt  worden.  Als  sich  dieser  endlich
lichtete,  begann  auch  das  schwedische  Geschützfeuer  mit  einiger  Wirksamkeit.  Jetzt
verstärkte  Wrangel  von  der  Mitte  aus  seinen  bedrohten  rechten  Flügel,  und  ließ
sodann  das  1200  Mann  starke  Infanterie-Regiment  des  Generals  Dalwig  gegen
die  Geschütze  vorrücken.  Dieser  Angriff,  von  der  schwedischen  Reiterei  unterstützt,
  hatte  einen  so  entschiedenen  Erfolg,  daß  sowohl  die  Leibtrabanten  als  die
Reiter  des  Regiments  Anhalt  in  völliger  Auflösung  das  Schlachtfeld  verließen.
Kaum  konnte  der  Kurfürst  selbst,  der  ihnen  begegnete,  sie  wieder  ordnen  und
gegen  den  Feind  führen.

Mit  der  musterhaftesten  Ausdauer  dagegen  hatten  unterdessen  die  Dragoner
gefochten.  Als  die  beiden  Regimenter  flohen,  riefen  sie  ihnen  nach,  sie  würden
sich  bei  den  Kanonen  begraben  lassen.  Ihre  Tapferkeit  ward  durch  Erfolg  belohnt.
  Als  sie  kaum  noch  Widerstand  zu  leisten  vermochten,  erhielten  sie  durch  den
Prinzen  von  Homburg  Unterstützung.  Auch  der  Kurfürst  selbst  erschien  jetzt  auf
dem  Kampfplatz;  überhaupt  entbrannte  von  diesem  Augenblick  an  die  Schlacht
in  ihrer  ganzen  Wuth,  da  erst  jetzt  die  vollen  Massen  gegen  einander  sich  entwickelten.
  Bisher  hatten  die  brandenburgischen  Truppen,  wie  sie  regimentweise
vom  Mersche  angelangt  waren,  in  eben  dem  Maße  an  dem  Kampfe  Theil
genommen.  ..  —  *•5  )E3.)  *

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