Greßbritannien. (Mãrz 20. —22.) 275
haber an der Westfront ergangen. Fünftens sei der Tadel des Ausschusses
gegen den Kriegsrat wegen der Unterlassung von besondern Beratungen
während der Zeit v. 19. März bis 14. Mai offenbar durch ein Mißverständnis
zu erklären, da die Mitglieder des Kriegsrats täglich zusammengekommen
seien oder miteinander Fühlung gehabt und nicht weniger als elf Kabinettssitzungen
während dieser Zeit stattgefunden hätten. Ueber Churchills
Rede, die eine äußerst geschickte Verteidigung des Marineangriffs und der Art,
wie er unternommen worden ist, gibt, schreibt der „Manchester Guardian“
sie sei ein großer parlamentarischer Sieg gewesen. Als Ch. aufgestanden,
habe er wenig Freunde gehabt; als er sich niedergesetzt, seien sie zahlreich
ewesen. Der Bericht des Dardanellenausschusses sei jetzt entkräftet, während
hurchill wieder als eine politische Macht dastehe.
20. März. (London.) Zusammentritt des Reichskriegskabinetts.
Unter dem Vorsitz des Premierministers beginnt die erste Reihe von
Konferenzen des Kabinetts mit Vertretern der Dominien. Anwesend
sind Vertreter von Indien, Kanada, Neufundland, Neuseeland und Südafrika.
Australien fehlt. Zum erstenmal nehmen damit Vertreter der Dominien
an den Sitzungen des Kabinetts mit voller Verantwortung teil, um über
dringende Fragen hinsichtlich der Fortführung des Krieges, der möglichen
Friedensbedingungen und der sich nach dem Kriege ergebenden Probleme
zu entscheiden.
21. März. (London.) Zusammentritt der Reichskriegskonferenz.
Unter dem Vorsitz des Staatssekretärs für die Kolonien tritt eine
Reichskriegskonferenz zusammen, um Reichsangelegenheiten, die nicht
notwendig mit dem Kriege zusammenhängen, zu beraten. An dieser Konferenz,
die keinen exekutiven Charakter hat, nehmen die überseeischen Vertreter
zwecks gegenseitigen Meinungsaustausches und zur Beratung der
Reichsleitung teil.
22. März.(London.) Abschluß eines ital.-engl. Finanzabkommens.
22. März. (Unterhaus.) Begrüßung des russischen Volkes.
Bei der Einbringung eines Antrages, dem russischen Volke Grüße
und Glückwünsche zur Schaffung freier Institutionen zu senden, führt
Schatzkanzler Bonar Law aus: Die Ereignisse, die sich in Rußland mit
reißender Schnelligkeit während der letzten 13 Tage vollzogen, hätten inmitten
der größten Erschütterung, die die Erde jemals durch Menschenhand
erfahren, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich gelenkt. Die Ereignisse
in Rußland erinnerten an die Anfänge der französischen Revolution. Es sei zu
früh, zu sagen, daß alle Gefahr vorüber wäre, aber es sei für die Mutter der
Parlamente nie zu früh, dem Parlament des verbündeten Landes Grüße zu
senden und ebenso seiner Regierung, die mit der ausgesprochenen Absicht gebildet
sei, den Krieg zum erfolgreichen Abschluß zu bringen. Ihre Aufgabe
zähle zu den schwersten, die je einer Regierung zugefallen sei; sie solle den Aneifer
aus dem Luande treiben und zu Hause Freiheit und Ordnung aufrichten.
s kommt, fährt der Minister fort, uns nicht zu, diejenigen zu richten oder
zu verurteilen, die an der Regierung des verbündeten Landes teilhatten.
Aber es möge mir erlaubt sein, ein Gefühl der Teilnahme für den Zaren
auszudrücken, der drei Jahre unser loyaler Verbündeter gewesen ist, und
auf den durch seine Geburt eine Last gelegt war, die sich als zu schwer
für ihn erwiesen kat. Andererseits möchte ich freilich betonen, daß eines
der großen Ergebnisse dieses Krieges in dem Nachweis bestehen wird,
daß freie Einrichtungen gegen den Anfall eines militärischen Despotismus
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