Der Staatshaushalt. 185
greift die bei den Kameraldomänen verrechnete Ausgabe an Brandschadensbeiträgen
mit rund 41000 M. die sämmtlichen Staatsgebäude. Doch gewährt die letztere einen
Anhaltspunkt zu Berechnung des Kapitalwerths der damit versicherten
Staatsgebäude. Der Prämiensatz, welcher hiebei zu Grund gelegt ist, beträgt
9 Pf. für 100 Umlagekapital. Das letztere ist also 45/ Mill. -C. Als Ertrag
der einzeln vermietheten Gebäude und Gebäudetheile sind im Etat 124 408 4
vorgesehen.
4) Unter den Gebäuden mit Gewerben nehmen die Badanstalten
in Wildbad die erste Stelle ein, welche theils verpachtet sind (das königl. Badhotel),
theils selbst betrieben werden (die Bäder, das Katharinenstift u. s. w.). Die
übrigen, auch mit Grundstücken verbundenen Gewerbe sind Mühlen, Bierbrauereien,
Ziegeleien, eine Wirthschaft (auf der Solitude) u. s. w. — Der Reinertrag der
Kameraldomänen (Ziff. 2—4) beträgt seit 1875, wo zuerst die Gehalte der Kameralbeamten
u. s. w. auf den Ausgabe-Etat des Finanzministeriums übernommen worden
sind, 750—800 000 4 jährlich.
5) Die Berg= und Hüttenwerke, im Ganzen 6, von denen 3 mit Hochofenbetrieb
und einer Roheisenproduktion, einschließlich Gußwaaren I. Schmelzung,
1877 von 234 734 Ctr., 1878 von 227 776 Ctr., dagegen nach dem Voranschlag für
1881/83 noch von 140 400 Ctr. Als weiteres Erzeugnis sämmtlicher Hüttenwerke
sind dort in Aussicht genommen 50 300 Ctr. Gußwaaren, 152 680 Ctr. Schmiedund
Walzeisen, 6 000 Ctr. Rohstahl — alles zusammen mit einem Rohertrag von
4209 548 A. und einem Reinertrag von 150 000 44, während der letztere von 1864
bis 1867 450—500 000 A , von 1867 bis 1873 750—900 000 4+4 betragen hat,
seit 1873 aber rasch auf 660 000 44, 500 000 A4, 180 000 M (1877/78) gesunken
ist. Der Werth der Grundkapitalien der Hüttenwerke ist amtlich, nach dem
Stand vom 31. März 1879, auf 3¾ Mill. eingeschätzt, worunter Wasseralfingen
allein mit 2⅛ Mill. und die mit den Werken nicht unmittelbar in Verbindung
stehende Erzgrube bei Kuchen mit 50 000 4. Dabei wurde so verfahren, daß
auf den Grundstock nur die Kosten für solche neue Einrichtungen und Erweiterungen
übernommen sind, mittelst deren die Erzielung eines nachhaltigen höheren Ertrags
der Werke zu erwarten ist.
6) Die Salzwerke, im Ganzen 4, von denen 2 mit Steinsalzwerken verbunden.
Das jährliche Erzeugnis an Steinsalz betrug in den letzten Jahren stark
1¼ Mill. Ctr.; an Siedesalz werden über ½ Mill. Ctr. hergestellt, davon die kleinere
Hälfte durch Auflösen von Steinsalz. An Stelle des in früheren Zeiten lebhaft
betriebenen Salzverkaufs nach der Schweiz geht jetzt der auswärtige Salzabsatz vorzugsweise
Neckar= und Rheinabwärts. Die württemb. Salzwerke am unteren Neckar
bilden mit den benachbarten badischen und hessischen Salzwerken den Neckarsalinen-=verein
(gegründet zu Heidelberg den 12. September 1828). Für 1881/83 hofft
man jährlich an Steinsalz 1 310 000 ECtr., an Siedesalz 532 000 Ctr. verkaufen zu
können. Der Rohertrag hieraus ist auf nahezu 1½ Mill. M, der Reinertrag der
Salzwerke auf 650 000 Z4 veranschlagt. Im Jahr 1868, nach Aufhebung des Salzmonopols,
war der letztere nur ½ Mill. M, hätte sich also jetzt beinahe verdoppelt.
Auch hier liegt, auf denselben Grundsätzen wie bei Z. 5 beruhend, eine amtliche Einschätzung
der Grundkapitalien der Salzwerke vor, nach welcher deren Werth
am 31. März 1879 in runder Summe 3 Mill. 4 betragen hat. Friedrichshall
ist hierunter mit 2¼ Mill. M begriffen. Der künftig etwa nothwendig werdende
Aufwand für neue Bergwerks= (Schacht-) Anlagen soll in allen Fällen wenigstens
vorläufig aus den laufenden Salinenerträgnissen bestritten und erst, wenn durch den-