— 265 —
es fanden sich beim Schlachten 6 unter 16 tuberkulös, während auf die 41 braunen einfarbigen
Limpurger nur 7 kranke kamen und 1 auf die gekreuzten Rassen. —
In Cannstatt wurde nur ein Kalb Simmentaler Kreuzung (Nr. XX) bei der
Obduktion tuberkulös befunden. Die Lymphe wurde vernichtet (nur 5% Rohlymphe). Das
Tier war 11 Monate alt, hatte vor der Impfung 38,60 und bei der Abimpfung 39,,#0 C
gezeigt. Bei 2 Tieren (Nr. IV und XXI) fand sich Distoma hepaticum. Das Tier V
war bei der Impfung sehr unruhig, nach der Impfung und Entfesselung ging das Tier
mühsam zum Stall zurück. Am 3. Tage nach der Impfung meldete der Diener, daß das
Tier beharrlich liege. Um es behufs Abimpfung in das Impflokal zu bringen, mußte
weitere Hilfe beschafft werden. Das Tier zeigte vor der Impfung 39,20, vor der Abimpfung
39°9°% C. Die Pusteln waren an allen Stellen gleichmäßig schön entwickelt, daneben viele
einzelstehende runde Pusteln. Ertrag: 19°6 g Rohlymphe. Bei der Obduktion wurde ein
Bruch des rechten Oberschenkels und in der Umgebung der Bruchstelle ein starker Bluterguß
und eine serös-sulzige Infiltration gefunden. Die Verwendung der Lymphe wurde
nicht beanstandet. Die Körperwärme der Impftiere betrug vor der Impfung 38, bis
39,°0, vor der Abimpfung, d. h. am 4. bis 5. Tage nach der Impfung 38,56 bis 40,56° C;
bei 24 Tieren war die Körperwärme in den 4 Tagen um O bis 2 10 C gestiegen, bei 2
um 0,80 C gefallen.
In Karlsruhe war der Gesundheitszustand der Tiere gut. Nur 1 Tier wurde bei
der Schlachtung tuberkulös befunden; es mußte deshalb die von ihm genommene Lymphe
vernichtet werden. Von der anderwärts geübten Tuberkulin-Vorimpfung wurde auch im
Berichtsjahre abgesehen.
In Darmstadt wurden sämtliche Tiere vor ihrer Einstellung durch den technischen
Assistenten, welcher beamteter Tierarzt ist, auf ihren Gesundheitszustand geprüft und gesund
befunden. Auch während der Einstellung machten sich Krankheitserscheinungen nicht bemerkbar.
Impftier Nr. 9 zeigte schon vor der Tuberkulinprobe eine Temperatur von 3960 C,
nach der Tuberkulineinspritzung stieg die Körperwärme auf 39,7° C, um nach 24 Stunden
wieder auf 38,50 zu sinken. Da diese Probe nicht als ganz positiv angesehen werden konnte,
so wurde das Tier geimpft; die gewonnene Lymphe war aber nicht zu gebrauchen, denn
bei der Schlachtung erwiesen sich 2 Drüsen tuberkulös erkrankt. Der Fasel Nr. 4 zeigte
bei der Abschlachtung eine kleine verkalkte Mesenterialdrüse, welche den Verdacht eines abgelaufenen
tuberkulösen Prozesses erwecken konnte. Die mikroskopische Untersuchung in
Gießen ergab, daß es sich um verkalkte Strongyliden handelte; für Tuberkulose lagen keine
Anhaltspunkte vor. Drei Tiere wurden dem Lieferanten zurückgegeben, weil sie auf
Tuberkulin reagiert hatten. Bei den geimpften Tieren trat gewöhnlich am 3. Tage eine
Erhöhung der Temperatur ein, welche auch bis zum Tage der Abimpfung noch nicht auf
das Normale zurückgegangen war. Die Anfangstemperatur betrug unter 390 bei 10 Tieren;
nur 2 zeigten eine solche von mehr als 39° C und zwar beide 39,10 C. Bei der Abimpfung
war die Körperwärme nur 3 mal unter 390 geblieben (38,„, 38,6 und 38)9); 4 mal blieb
sie zwischen 39 und 40, und 5 mal hat sie 400 überstiegen; die höchste Temperatur bot
Fasel Nr. 5 mit 40,5° dar; es war dies zugleich dasjenige Tier, welches die größte Ausbeute
an Rohimpfstoff, nämlich 94 g,, geliefert hat.
In Schwerin war der Gesundheitszustand der Tiere gut, auch wurden sämtliche
Tiere nach der Schlachtung gesund befunden.
In Weimar kam Tuberkulose bei den 5 erwachsenen Tieren nicht vor. Da die
Viehhaltungen in der Umgegend von Weimar mit tuberkulösen Tieren bekannt sind, konnten