Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Achter Band. (8)

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es  fanden  sich  beim  Schlachten  6  unter  16  tuberkulös,  während  auf  die  41  braunen  einfarbigen
  Limpurger  nur  7  kranke  kamen  und  1  auf  die  gekreuzten  Rassen.  —

In  Cannstatt  wurde  nur  ein  Kalb  Simmentaler  Kreuzung  (Nr.  XX)  bei  der
Obduktion  tuberkulös  befunden.  Die  Lymphe  wurde  vernichtet  (nur  5%  Rohlymphe).  Das
Tier  war  11  Monate  alt,  hatte  vor  der  Impfung  38,60  und  bei  der  Abimpfung  39,,#0  C
gezeigt.  Bei  2  Tieren  (Nr.  IV  und  XXI)  fand  sich  Distoma  hepaticum.  Das  Tier  V
war  bei  der  Impfung  sehr  unruhig,  nach  der  Impfung  und  Entfesselung  ging  das  Tier
mühsam  zum  Stall  zurück.  Am  3.  Tage  nach  der  Impfung  meldete  der  Diener,  daß  das
Tier  beharrlich  liege.  Um  es  behufs  Abimpfung  in  das  Impflokal  zu  bringen,  mußte
weitere  Hilfe  beschafft  werden.  Das  Tier  zeigte  vor  der  Impfung  39,20,  vor  der  Abimpfung
39°9°%  C.  Die  Pusteln  waren  an  allen  Stellen  gleichmäßig  schön  entwickelt,  daneben  viele
einzelstehende  runde  Pusteln.  Ertrag:  19°6  g  Rohlymphe.  Bei  der  Obduktion  wurde  ein
Bruch  des  rechten  Oberschenkels  und  in  der  Umgebung  der  Bruchstelle  ein  starker  Bluterguß
  und  eine  serös-sulzige  Infiltration  gefunden.  Die  Verwendung  der  Lymphe  wurde
nicht  beanstandet.  Die  Körperwärme  der  Impftiere  betrug  vor  der  Impfung  38,  bis
39,°0,  vor  der  Abimpfung,  d.  h.  am  4.  bis  5.  Tage  nach  der  Impfung  38,56  bis  40,56°  C;
bei  24  Tieren  war  die  Körperwärme  in  den  4  Tagen  um  O  bis  2  10  C  gestiegen,  bei  2
um  0,80  C  gefallen.

In  Karlsruhe  war  der  Gesundheitszustand  der  Tiere  gut.  Nur  1  Tier  wurde  bei
der  Schlachtung  tuberkulös  befunden;  es  mußte  deshalb  die  von  ihm  genommene  Lymphe
vernichtet  werden.  Von  der  anderwärts  geübten  Tuberkulin-Vorimpfung  wurde  auch  im
Berichtsjahre  abgesehen.

In  Darmstadt  wurden  sämtliche  Tiere  vor  ihrer  Einstellung  durch  den  technischen
Assistenten,  welcher  beamteter  Tierarzt  ist,  auf  ihren  Gesundheitszustand  geprüft  und  gesund
befunden.  Auch  während  der  Einstellung  machten  sich  Krankheitserscheinungen  nicht  bemerkbar.
  Impftier  Nr.  9  zeigte  schon  vor  der  Tuberkulinprobe  eine  Temperatur  von  3960  C,
nach  der  Tuberkulineinspritzung  stieg  die  Körperwärme  auf  39,7°  C,  um  nach  24  Stunden
wieder  auf  38,50  zu  sinken.  Da  diese  Probe  nicht  als  ganz  positiv  angesehen  werden  konnte,
so  wurde  das  Tier  geimpft;  die  gewonnene  Lymphe  war  aber  nicht  zu  gebrauchen,  denn
bei  der  Schlachtung  erwiesen  sich  2  Drüsen  tuberkulös  erkrankt.  Der  Fasel  Nr.  4  zeigte
bei  der  Abschlachtung  eine  kleine  verkalkte  Mesenterialdrüse,  welche  den  Verdacht  eines  abgelaufenen
  tuberkulösen  Prozesses  erwecken  konnte.  Die  mikroskopische  Untersuchung  in
Gießen  ergab,  daß  es  sich  um  verkalkte  Strongyliden  handelte;  für  Tuberkulose  lagen  keine
Anhaltspunkte  vor.  Drei  Tiere  wurden  dem  Lieferanten  zurückgegeben,  weil  sie  auf
Tuberkulin  reagiert  hatten.  Bei  den  geimpften  Tieren  trat  gewöhnlich  am  3.  Tage  eine
Erhöhung  der  Temperatur  ein,  welche  auch  bis  zum  Tage  der  Abimpfung  noch  nicht  auf
das  Normale  zurückgegangen  war.  Die  Anfangstemperatur  betrug  unter  390  bei  10  Tieren;
nur  2  zeigten  eine  solche  von  mehr  als  39°  C  und  zwar  beide  39,10  C.  Bei  der  Abimpfung
war  die  Körperwärme  nur  3  mal  unter  390  geblieben  (38,„,  38,6  und  38)9);  4  mal  blieb
sie  zwischen  39  und  40,  und  5  mal  hat  sie  400  überstiegen;  die  höchste  Temperatur  bot
Fasel  Nr.  5  mit  40,5°  dar;  es  war  dies  zugleich  dasjenige  Tier,  welches  die  größte  Ausbeute
  an  Rohimpfstoff,  nämlich  94  g,,  geliefert  hat.

In  Schwerin  war  der  Gesundheitszustand  der  Tiere  gut,  auch  wurden  sämtliche
Tiere  nach  der  Schlachtung  gesund  befunden.

In  Weimar  kam  Tuberkulose  bei  den  5  erwachsenen  Tieren  nicht  vor.  Da  die
Viehhaltungen  in  der  Umgegend  von  Weimar  mit  tuberkulösen  Tieren  bekannt  sind,  konnten