Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1862. (39)

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So  leicht  die  Lungensucht,  wenn  solche  ausgebildet  im  höheren  Grade  vorhanden  ist,
durch  beschwerliches  Athmen,  Husten,  Abmagerung,  Eiterausfluß  aus  der  Nase  des  Thieres
zu  erkennen  ist,  so  schwierig  ist  oft  das  Uebel  in  seinem  Anfang  zu  entdecken,  und  oft  ist
es  nur  durch  die  Sektionserscheinungen  mit  Gewißheit  nachzuweisen.  Die  gewöhnlichen
krankhaften  Veränderungen  der  Lungen,  welche  die  Lungensucht  zur  Folge  haben,  bestehen:

1)  in  knotenartigen  Verhärtungen  (Tuberkeln),  die  in  verschiedener  Größe  und  großer
Zahl  in  dem  Gewebe  der  Lungen  zerstreut  gefunden  werden;

2)  in  leberartiger  Verhärtung  eines  Theils  der  Lungensubstanz;

3)  in  Eiterknoten  und  Eitersäcken;

4)  in  allgemeiner  (profuser)  Vereiterung  (Verjauchung)  eines  Theils  der  Lungen.

Die  Entwicklung  und  der  Verlauf  der  Lungensucht  geschieht  oft  äußerst  langsam  und
schleichend,  und  läßt  sich  oft  nur  durch  ein  zeitweises  Hüsteln  vermuthen;  besonders  ist  dieß
bei  Melkvieh  der  Fall,  das  ohnedieß  sehr  dazu  geneigt  ist,  und  bei  welchem  das  Uebel
um  so  schwieriger  anfangs  zu  entdecken  ist,  als  milchreiche  Kühe  gewöhnlich  mager  sind.
Zu  richtiger  Beurtheilung  ist  aber  erforderlich,  daß  bei  Sektionen  solcher  Thiere  auf  die
dem  Tode  vorangegangenen  Erscheinungen  Rücksicht  genommen  werde,  da  auch  eine  den
Tov  veranlassende,  entzündlich  fieberhafte  (akute)  Krankheit  Eiterung  und  Verhärtung,
Wasserergießung  und  dergleichen  unmittelbar  zur  Folge  haben  kann.

JP)  Mit  achtundzwanzigtägiger  Gewährzeit.
3)  Fallende  Sucht.

Die  Zufälle  dieses  beim  Rindvieh  häufiger  als  beim  Pferd  vorkommenden  Uebels
unterscheiden  sich  nicht  wesentlich  von  denen,  welche  beim  Pferd  wahrgenommen  werden
(siebe  oben).  "  #

4)  Perlsucht.

Ein  langwieriges  Leiden,  das  vorzugsweise  bei  den  Kühen,  zuweilen  jedoch  auch  bei
den  männlichen  Thieren  des  Rinds  vorkommt,  beim  Leben  des  Thiers  aber  durch,„kein
Merkmal  sicher  zu  erkennen  ist.  Im  Anfang  des  Uebels  nimmt  man  oft  längere  Zeit,  bei
noch  guter  Ernährung  nur  theilweise  einen  kurzen  trockenen  Husten  wahr.  Die  davon  befallenen
  Kühe  verlangen  häufiger  als  gewöhnlich  den  Zuchtfarren,  ohne  übrigens  aufzunehmen.
  Bei  längerer  Dauer  tritt  allmählig  neben  verminderter  Milchabsonderung  Abmagerung
  ein.

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