Königs von Polen und Herzogs von Lothringen, pfandweise die
Herrschaft Urville. Später haben die Durand die Pfandschaft
wieder an sich gelöst und blieben bis zu Anfang des 19. Jahr—
hunderts in deren Besitz. Am Ende des 18. Jahrhunderts legte
der Inspecteur des Horèts Didier Durand den heute zum
Schlosse gehörenden Park an. Herrschaft und Schloß scheinen
in der Revolutionszeit nicht im geringsten gelitten zu haben.
Nur die herrschaftlichen Rechte gingen an den Staat über.
Die mißliche Vermögenslage, in welche Philippe Durand 1810
kam, nötigke ihn, den wieder in Verfall geratenen Besitz zu
veräußern. Es kaufte ihn General Baron de Semellé, der das
Innere vollständig neu ausbauen und zu einem wahren Herrensitze
einrichten ließ.
Drei Jahre später, und zwar jeht gerade vor hundert Jahren,
diente das Schloß bereits einem Hohenzollern, dem Prinzen Wilhelm
von Preußen, als Hauptquarner. Nach Napoleons I. Verbannung
nahm Baron de Semellé dauernd Wohnung auf llrville, wo er
1839 starb. Sein Sohn verkaufte 1845 den Besitz an den Präfekten
des Moseldepartemenks, Baron Louis de Sers, dem Sprossen jener
in Elsaß und Lorhringen mit Recht so angesehenen und um das Land
so verdienten französischen Beamtenfamilie. Baron de Sers hat
sich auch um den Herrensitz Urville Verdienste erworben. Er vergrößerte
ihn durch Ankauf angrenzender Landgüter und ließ das
Schloß im Inneren neu herrichten.
Vor mehr als zwei Jahrzehnten und zwar am 15. Juli 1890
begann für den alten Herrensitz im Niedgau eine neue glanzvolle
Zeit. Wie einst die austrasischen Könige in Meß ihren Palast
batten und später die Karolinger sich in Diedenhofen und Flörchingen
ihre Landhäuser bauten, so sollte nun nach fast tausendjähriger
Anterbrechung auf lothringischem Boden wieder ein neuer Fürstensitz
von einem Hohenzollernschen Kaiser errichtet werden. Daß ein
altes lothringisches Besitztum in seiner ganzen Eigenart vom kaiser-