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zu machen, was mit Chanteloup gemeint sey. Nun war
aber auch die Prinzessin — am französischen Hafe verloren.
Und es kam noch Schlag auf Schlag, um sie völlig zu
stürzen. Man fing zu Versailles mit großem Schrecken an
zu fürchten, Kdnig Philipp mochte die Prinzessin heirathen.
Eine solche Besorgniß allein, wenn schon auch die Sache niemals
nur zum Projekt kam, mußte unvermeidlich ibr Ruin
werden. Man war in Versailles damit höchst unzufrieden,
daß sie den König, seit dem Tode seiner Gemahlin, in dem
Palaste zu Medina gleichsam in einer Einsiedlers, Gefangenschaft
hielt, und so ganz ohne Schein und Scheu recht weltkundig
über ihn herrschte. Und nie konnte ihr Ludwig verzeihen,
daß sie ganz ohne seinen Rath und Willen dem Kdnig
von Spanien in der Prinzessin von Parma eine Gemahlin
gegeben, daß sein Enkel in einer fremden Familie eine
Frau sich ausgesucht, eine Heirath geschlossen habe, ohne ihn,
den Grohpater, zu fragen. Selbst schon, dah man eine parmesanische
Prinzessin gewählt habe, mißfiel dem alten Großvater,
und noch mehr die Art, wie es geschehen.
Der Sturz der Prinzessin Ursini wurde also zu Versailles
beschlossen, aber so in hochster Stille beschlossen, daß
vorher Niemand gewußt hat und nachher Niemand erfubr,
wessen man sich zur Anlegung des ganzen Projekts bedient
habe, was man gethan habe, um es zur Ausführung zu bringen.
Es gibt manche Dinge in der Geschichte, die man so
dunkel lassen muß, wie sie einmal sind, und wo man sich
keine erdichtende Vermuthungen erlauben sollte, um das Unzusammenhängende
zusammenbängend, und was dunkel ist, licht
zu machen. Es ist in solchen Fällen nichts anders übrig,
als das Faktum genau zu erzählen, und seine pragmatischen
Reflerionen, die man nachher darüber machr, für nicht mehr
auszugeben, als sie wirklich find.