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sein würde. Diese Ueberzeugung war begründet; denn sie lag in
der Natur der Sache. Eben so wenig sah der Kaiser die Vergrößerung
der Macht irgend eines anderen Fürstenhauses im Reiche
gern; denn jede Vergrößerung dieser Art trieb einen neuen Keil
in die morschen Fugen des Reiches, welches nur in möglichster
Einheit unter dem einen Oberhaupte die Kraft besaß jeglichem Andrange
von West und Ost mit Erfolg zu widerstehen. Auch Friedrich
Wilhelm fühlte das tief. Der Gedanke eines eigentlichen
Dualismus kam nicht in seine Seele. Denn es war ja sein Wort:
„Einen Kaiser müssen wir haben und da ist es besser, wir bleiben
beim Hause Oestreich.“ Indem er sterbend seinem Sohne diese
schuldige Rücksicht empfahl, sprach sich darin der Wunsch des Baters
aus, daß der Sohn fortwandeln möge auf seiner Bahn, etwas
sperrig, jede schuldige Pflicht sich als besonderen Freundschaftsdienst
anrechnend, dennoch im Wesentlichen getreu der alten Ueberlieferung
für Kaiser und Reich.)
Es ist die Frage, wie der Sohn sich in den letzten Jahren
zu seinem Vater und den Anschauungen desselben stellte.
Das Verhältnis der Beiden war bleibend gestört. Friedrich
ersah sich andere Personen, denen er sein Vertrauen widmete. Eine
Zeitlang war es Grumbkow. „Nach Gott,“ sagt er2) diesem im
Jahre 1737, „setze ich mein Vertrauen auf Sie, denn ich habe
keinen anderen Freund, auf den ich mich verlassen könnte, und ich
bitte Sie zu glauben, daß ich Ihnen eben so getreu bin, wie Sie
es mir sein können.“ In Wahrheit leistet Grumbkow ihm wesentliche
Dienste. Der Prinz hat seinen Wunsch ausgesprochen in
möglichster Abgeschiedenheit zu leben. Grumbkow vermittelt es, daß
der König seinem Sohne das Schloß Reinsberg gibt. Der Prinz
kümmert sich nicht um Politik. „Die traurige Erfahrung zeigt
mir,“ sagt er, „daß die beste Politik für mich ist die Dinge in der
1) Stenzel: Geschichte d. pr. Staates IV. 56. — 2) Oeuv. XVI. 94.