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drei nordischen Gesandten in London große Geduld, viel Vorsicht, ge-
wandte und unerschütterliche Festigkeit. (Tägl. Rundsch., S8. November.)
Tsingtau gefallen.
Berlin, 7. November. Nach amtlicher Meldung des „Reuter-
Büros“ aus Tokio ist Tsingtau nach heldenhaftem Widerstand am
7. November, morgens, gefallen. Nähere Einzelheiten fehlen noch.
Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.
Behnrke. (W.T.B.)
Das Hospitalschiff „Ophelia“ und die amtlichen englischen Lügen.
Berlin, 7. November. Zeitungsnachrichten zufolge hat das bri-
tische Auswärtige Amt unterm 4. November folgende Rachricht amtlich
verbreiten lassen:
Die Admiralität teilt mit, daß das deutsche Schiff „Ophelia“, das
die Rote-Kreuz-Flagge führte, festgehalten wurde, weil sein Name der
britischen Regierung als Hospitalschiff nicht bekanntgegeben worden war,
und weil es, als es angetroffen wurde, in einer Art und Weise auftrat,
die mit den Pflichten eines Hospitalschiffes nicht übereinstimmte.
Beide von der britischen Admiralität zu ihrer Rechtfertigung auf-
gestellten Behauptungen sind unrichtig.
Das deutsche Auswärtige Amt hat durch Vermittlung der deutschen
und der amerikanischen Gesandtschaft in Kopenhagen Anfang September
das Staatsdepartement in Washington ersucht, in Gemäßheit des Haager
Abkommens, betreffend die Anwendung der Grundsätze der Genfer Kon-
vention auf den Seekrieg, vom 18. Oktober 1907, den Regierungen der
feindlichen Seestaaten, insbesondere der britischen Regierung die Namen
einiger damals eingerichteten deutschen Hospitalschiffe, darunter der
„Ophelia“, bekanntzugeben. Nach einem an die amerikanische Gesandt-
schaft in Kopenhagen gerichteten und von dieser an die deutsche Gesandt-
schaft in Kopenhagen weitergegebenen Telegramm des Staatsdeparte-
ments in Washington, eingegangen in Berlin am 26. September, hat das
Staatsdepartement jene Nachricht des deutschen Auswärtigen Amtes der
britischen Regierung am 7. September mitgeteilt.
Daß im übrigen das Hospitalschiff „Ophelia“ nichts getan haben
kann, was den Pflichten eines Hospitalschiffes widerspricht, ergibt sich
schon daraus, daß sich kein Seeoffizier, sondern nur Krankenpflegepersonal
an Bord befand und daß der Auftrag des Hospitalschiffes allein dahin
ging, die nach dem Seegefecht überlebenden Verwundeten und Schiff-
brüchigen aufzusuchen und ihnen Beistand zu gewähren. (W.T.B.)
Der Burenausstand.
W.T. B. London, 7. November. Aus Kapstadt meldet das „Reu-
tersche Bureau“ von heute, ein Kommando der Aufständischen überschritt
gestern nachmittag die Eisenbahn bei Bloemhof in Westtransvaal, wurde
aber von Regierungstruppen unter den Kommandanten Delarey und
Swatz angegriffen. Der letztere machte fünf Gefangene. Die Auf-
ständischen überschritten spät abends den Vaalfluß nach dem Freistaat
und wurden von dem Kommandanten Oberst Limmer verfolgt.