Full text: der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

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1923 aufzunehmen. Mit diesem Betrag könnte die Regierung bis zum 
Juli auskommen. Lloyd George fügte hinzu, die Regierung habe bereits 
ein Angebot auf feste Uebernahme von 100 Millionen Pfund von der 
neuen Anleihe erhalten. Die Anleihe sei eine ausgezeichnete Kapitals- 
anlage, da der britische Kredit noch der beste in der Welt sei. Die gesam- 
ten Anträge des Schatzkanzlers wurden vom Unterhause bewilligt. 
(Berl. Tagebl., 19. Nov.) 
Der Bericht des Generalstabes. 
Amtlich. 
Großes Hauptquartier, 18. November, vormittags. 
Die Kämpfe in Westflandern dauern fort. Die Lage ist im wesent- 
lichen unverändert. 
Im Argonnenwalde wurde unser Angriff erfolgreich vorgetragen. 
Französische Angriffe südlich Verdun wurden abgewiesen; ein Angriff 
gegen unsere bei St. Mihiel auf das westliche Maasufer geschobenen 
Kräfte brach nach anfänglichem Erfolg gänzlich zusammen. 
Unser Angriff südöstlich Cirey veranlaßte die Franzosen, einen Teil 
ihrer Stellungen aufzugeben. Schloß Chatillon wurde von unseren 
Truppen im Sturm genommen. 
In Polen haben sich in der Gegend nördlich Lodz neue Kämpfe ent- 
sponnen, deren Entscheidung noch aussteht. Südöstlich Soldau wurde 
der Feind zum Rückzug auf Mlawa gezwungen. Auf dem äußersten 
Nordflügel ist starke russische Kavallerie am 16. und 17. geschlagen und 
über Pillkallen zurückgeworfen worden. 
Oberste Heeresleitung. (W.T. B.) 
Der heutige Generalstabsbericht. 
Großes Hauptquartier, 19. November, vormittags. 
In Westflandern und in Nordfrankreich ist die Lage unverändert. 
Ein deutsches Flugzeuggeschwader zwang auf einem Erkundungs- 
fluge zwei feindliche Kampf-Flugzeuge zum Landen und brachte ein feind- 
liches zum Absturz. Von unseren Flugzeugen wird eins vermißt. 
Ein heftiger französischer Angriff in Gegend Servon am Westrande 
der Argonnen wurde unter schweren Verlusten für die Franzosen zurück- 
geschlagen. Unsere Verluste waren gering. 
Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind die erneut eingeleiteten 
Kämpfe noch im Gange. Oberste Heeresleitung. (W.T.B.) 
Flottenkampf im Schwarzen Meer. 
Konstantinopel, 19. November. 
Das türkische Hauptquartier meldet: Unsere Flotte, die ausgelaufen 
war, um nach der russischen Schwarzmeerflotte, die Trapezunt beschossen 
hatte, zu suchen, traf diese auf der Höhe von Sebastopol. Die feindliche 
Flotte bestand aus zwei Schlachtschiffen und fünf Kreuzern. In dem 
Kampfe, der sich entwickelte, wurde ein russisches Schlachtschiff ernstlich 
beschädigt. Die übrigen russischen Schiffe ergriffen, von unseren Kriegs- 
schiffen verfolgt, die Flucht in der Richtung auf Sebastopol. 
(Tag, 19. November.)
	        
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