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Juli 16. tragen, es zu gebrauchen, da er noch an jenem Tage tiber siebzig
Schriftstücko selbst unterzeichnet hat.
Am 12. hat der königliche Oberstk ämmerer Meggau mir gesagt, der
König finde sich E. fl. D.! wegen Dero Bemühungen bei den geistlichen
Kurfürsten sehr verpflichtet. Zugleich hat er sehr über des Kaisers
Zögern bei der Verhandlung geklagt, weshalb man das Kriegsvolk mit
so vielen Ungelegenheiten und Kosten noch unterhalten müsse.
„Den 13. hat der bischof Glösel mich in des königs anticamen
berichtet, das der erzherzog [Maximilian] durch ainen aignen curir ihn
und nit I. kgl. M.! avisirt habe, das I. fl. D.* in vertrauen bericht
zukommen, das dise erbländer sich unter einander ohne des kaisers
und königs vorwissen von neuem uniren und eine confoederation n
erhaltung ihrer praetendirtem libertet und freiheit aufrichten wöllea;
bitten umb seinen [Khlesis] rat, wie solches zue verhueten sei.! Solches
hab er, bischof, gern thuen wöllen, aber durch schreiben und nomik
suo kunn es allerhand ursachen und bedenken halber nit geschehn
Habe derbalben.... mit der kgl. M.! vorwissen I. fl. D.‘ discurswei
in tertia persona seine meinung wissen lassen, als ob ihme der diseur
von ainem andren zukommen sei und er denselben durchaus approbin.
Habe I. fl. D. gleichwol daneben geschrieben, es komme itz dar,
was er vor disem zu Wien, als man der catholischen religion so vile
in gegenwart des kunigs und I. fl. D.‘ vergeben, geprognostizirt uni
und bei seiner protestation eingewendet habe und sei numehr zu spät,
der religion mit tractiren und handlen zu helfen sonder muesse mau
iziger zeit nur dabin sehen und trachten, wie das haus Oesterreich erhaltes
und durch das politisch regiment die catholische religion restituint
werden möge. Davon zu tractiren und beratschlagen sei hochnötig,
das das hauss Oesterreich zuesammenkomme; solches aber
muesse unter solchem praetext geschehn, der den erbländern kainen
verdacht verursache und kunn er kainen besseren finden als wan
der könig in Hungern werde hochzeit halten; das E. fl. D.' in der
person bei allen erzherzogen und kgl.M.' in Hispanien durch gesantes’
auf derselben erscheine, weil die sache der wichtikait, das des hass
Oesterreich und der catholischen religion genzlicher undergang oder
aufnemen daran gelegen; dan dise union allein zu erhaltung ihrer
vermainten libertet gemaint ist und zu des haus Oesterreich verderben, alx
das der erbländer union und kaisers Ferdinandi disposition und andere ds
haus Oesterreich pactata e diametro gegen einander streiten. Derhalben si
hochnötig zu deliberiren, wie man die union der erbländer trenne und de
compactata des haus Oesterreich in ihrem esse erhalten und dadurch dit
catholische religion wider restituiren möge. Er saget mir, das zwar
—,—
! Das Schreiben Khlesls an Erzherzog Maximilian vom 12. Juli bat
sich nicht erhalten, wol aber die Antwort vom 24. Juli; vgl. unten no. 30%,
S. 626, Anm. 1. Wegen der Gefahr einer Union der österreichischen Erblande
vgl. auch no. 232, no. 234 und no. 2656, S. 610, Anm. 4.
? Die chiffrierte Stelle scheint unrichtig aufgelöst worden zu sein.