Full text: Amtliche Kriegsdepechen Band 5 (5)

  
   
    
         
  
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ausgesetzt sind, dle am 3. Juli erfolgle Schließung der rumänischen Grenze für Waren und 
Reisende aus und nach Zulgarlen, weiler die Droteste, welche dle Könlsglich rumänische Gesandt= 
schaft in Sofia mit dußerster Energie gegen angeblich von bulgarlschen Grenzwachen herbei- 
geführte Zwischenfälle erhebl, die niemals staligefunden haben, so der Zwischenfall von Rahovo, 
bezüglich dessen ich die Ehre halte, Eurer Exzellenz am 15. August zu schreiben, und von 
Rastano am 21. desfelben Monals, den unaufhörlich aber mehr oder weniger gutariige Grenz.- 
zwsschenfälle solgklen, wirkliche kriegsmäßige Angrisfe, die von rumänlschen Abtellungen gegen 
bulgarische Grenzposten unkernommen wurden. So wurde der Dosien Nummer 9 Stllich 
Konanlar in der Nacht vom 25. auf den 26. Augufst angegriffen, ebenso die Dosten 10 und 13. 
Weiler kurz nachher wirkliche Kriegsoperalsonen, welche rumänische Truppen an der Grenze 
unkernehmen: das Bombardemenf von Kladowo am 238. Augusk und dle Beschießung von 
Russo (RKuflschuk) am selben Tage. Am 29. August eröffnei die rumänssche Wachabtellung 
Nummer 1 eln lebhaftes Gewehrfeuer gegen die ihr gegenüberliegenden bulgarischen Dosten, 
bald darauf dehnt sich das Feuer an der Grenzlinie bis zum bulgarischen Hosten Nummer 17 
aus, ebenso greifen zwischen der Küste des Schwarzen Meeres und der Tschausch-Köf rumäniche 
Grenzwachen heftig bulgarische Hosken on und werden zurückgeschlagen. 
Schließlich — der bulgarische Gesandte in Bukarest, Kadew, wird sell Sonnabend, dem 
26. Augufk, gehindert, mit seiner Kegierung zu verkehren. Es werden ihm seine Dässe zugestelli, 
ohne daß die Königlich bulgarische Kegierung ihm auch nur einen Augenblick Instruktionen 
gegeben hätte, die sich irgendwie auf einen evenkuellen Abbruch der Beziehungen bezogen 
hälten. Und am 30. August waren es sie, Eure Exzellenz, der selne HDässe verlangk und den 
Abbruch der diplomalischen Beziehungen nofifiziert, eine sehr nalürliche Folge von alldem, was 
vorhergegangen war. Inzwischen, in der Nacht vom 30. auf den 31. August, versuchten die 
rumänischen Armeen, ohne daß eine ausdrückliche Kriegserklärung erfolgt wäre, eine Brücke 
über die Donau bei Kladovo zu schlagen und den Fluß an derselben Stelle zu übersetzen. 
Euer Exzellenz begreift selbst, welches seither dle Lösung ist — gewollt von der rumönischen 
ZReglerung und aufgezwungen durch die Gewalt der Talsachen, da sa die Lage so ist, wie sie 
eben dlese Regierung geschaffen hak: Bulgarien ist genöligk, die vollendeke Taksache hinzunehmen, 
und ich habe die Ehre, Herr Gesandter, Eurer Exzellenz zur Kenntnis zu bringen, daß sich 
Bulgarien von heute früh an als mif Kumänien im Kriegszustand befinolsch betrachlet. 
Genehmigen Sie, Herr Gesandfer, die Versicherung meiner Hochachkung. 
gez. Radoslawow. (W. T. B.) 
Eine deutsche Note an Amerika über den Fall „Owego“. 
London, 1. Sepkember. Reuker meldet aus New- Jork: Deutschland lleß im Slaals= 
departemenk eine Nole überreichen, die eine unfreundliche Absicht bel dem Unkerseeboolsangriff 
auf den amerikanischen Dampfer „Owego“ tatsächlich in Abrede stellt. Sie besagk, das Unter, 
seeboot hälte im Nebel gefeuerk. Leber die deutsche Nole an Amerika wlrd weiler berlchlet, 
daß sie darüber Klage führk, daß der Kapitän des Dampfers „Owego“ den Besehlen des 
Unterseebootes nicht nachgekommen sei; er habe also nur sich selbst Zorwürfe zu machen, daß 
sein unangebrachtes Verhalten ungünstige Ergebnisse halte. Berichtigend wird weiker bemerkt, 
daß nicht nebliges, sondern schönes Wetter geherrscht habe. 
Notlz des W. T. B.: Wie wir von zuständiger Seite erfahren, handelt es sich um eine 
Note, dle am 26. v. M. dem hiesigen amerikanischen Bolschafler auf eine Anfrage vom 18. v. M. 
ü#bergeben worden ist. Hiernach hal der amerikonische Dampfer „Owego“ am 3. Auguft d. J. 
im Kanal wiederholte Warnungsschüsse eines deutschen Unierseebooles unbeachkel gelassen und 
konnle erfsi durch scharfe Schüsse zum Zelgen der Flagge und zum Sloppen veranlaßk werden. 
Auch das Gignal des U-. Boots, ein Boot mit den Schiffspapieren zu schicken, blieb zunächst 
vollkommen unbeachtek, so daß sich der Kommandank des Ul Bools nach längerem Zuwarten 
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