Full text : Amtliche Kriegsdepeschen Band 1 (1)

Erstürmung  von  Pioirkow  und  Przedborz  durch  die  österreichischungarischen
  Truppen.

Wien,  18.  Dezember,  mittags.  Amtlich  wird  verlautbart:  Die  geschla—
genen  russischen  Hauptkräfte  werden  aus  der  ganzen  über  400  Kilometer  breiten
Schlachtfront  von  Krosno  bis  zur  Bzuramündung  verfolgt.  Gestern  wurde  der
Feind  auch  aus  seinen  Stellungen  un  nördlichen  Karpathenvorlande  zwischen
Krosno  und  Zakliczyn  geworfen.  Am  unteren  Dunasjec  ftehen  die  verbündeten
Truppen  im  Kampfe  mit  gegnerischen  Nachhuten.

In  Sübpolen  vollzog  sich  die  Vorrückung  bisher  ohne  größere  Kämpfe.
Diotrkow  wurde  vorgestern  vom  k.  u.  k.  Infanterieregiment  Wolhelm  I.
Deutscher  Kaiser  und  König  von  Preußen  Nr.  34,  Przedborz  gestern  von  Abteilungen
  des  Nagyszebener  Infanterieregiments  Nr.  31  erstürmt.

Die  heldenmütige  Besatzung  von  Przemysl  sehte  ihre  Kämpfe  um  weiteren
Vorselde  der  Feskung  erfolgreich  fort.  Die  Lage  in  den  Karpathen  hat  sich  noch
nicht  wesentlich  geändert.

Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabes.
v.  Hoefer,  Generalmajor.  (W.  T.  B.)

Feindliche  Flieger  über  Saarburg.

Sagarburg  i.  Tothr.,  18.  Dezember.  Vergangene  Nacht  gegen  12  Uhr  überskogen

  zwei  feindliche  Flugzeuge  die  Stadt  und  warfen  insgesamt  zehn  Zomben  ab.
Dabei  wurden  ein  #lanenunteroffizier  und  ein  lan  auf  offener  Straße  getötet  und
ein  Dienstmädchen  so  schwer  verleht,  daß  an  ihrem  Aufkommen  gezweifelt  wird.
Der  angerichtete  Materialschaden  ist  ziemlich  bedeutend.

Auch  im  Hem  warfen  die  Flieger  zwei  Bomben  ab,  ebenso  auf  die  Bahnstation  Rieding.

(W.  T.  B)
Russische  Kavallerie  bei  Pillkallen  geschlagen.

Großes  Hauptquartier,  19.  Dezember,  vormittags.  Im  Westen  erfolgte
gestern  eine  Reihe  von  feindlichen  Angriffen.  Bei  Mieuport,  Bixschoote  und  nördlich
La  Bassée  wird  noch  gekämpft,  westlich  Lens,  östlich  Albert  und  westlich  Noyon
wurden  die  Angriffe  abgeschlagen.

An  der  ostpreußischen  Grenze  wurde  ein  russischer  Kavallerieangriff  westlich  Hillkallen
  zurückgewiesen.  In  Holen  wurde  die  Verfolgung  fortgesetzt.

Oberste  Heeresleitung.  (W.  T.  B.)

Der  russische  Generalstab  über  den  Rückzug  in  Dolen.

Hetersburg,  18.  Dezember.  Der  Bericht  des  Großen  Generalstabes  lautet:
Auf  dem  linken  Weichselufer  iss  fast  auf  der  ganzen  Front  an  die  Stelle  der  Angriffe,
  welche  der  Feind  mehrere  Tage  hindurch  unternommen  und  die  wir  alle
zurückgewiesen  hatten,  eine  beinahe  vollskändige  Kuhe  getreten.  Im  Zusammenhang