Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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stets  der  kuhne  junker  jagto  .  hiesz  ihnen  streitbarkeit
  U;  1,  6.1.  —  streiten,  Zwist  oder  Kampf  haben
und  aussechten;  im  Niederdeutschen  und  Nordischen
Deuominativ  zu  streit  und  daher  schwacher  Fo#mn,  altsächs.
  stridian,  altnord.  stridla  (altfries.  stridn  unsicher),
nur  im  abd.  stritan,  mhd.  striten  und  zum  Teil  im
mud.  striden  starkes  Verbum  (wahrscheinlich  als  unursprüngliche
  Bildung),  dessen  Formen  sich  bis  jetzt
uneingeschränkt  gehalten  baben.  Vom  Austragen  eines
Zwistes  in  Worten,  durch  Gründe  u.  a.:  litigare  kyfen,
stritcn,  streiten,  rirari  striten  mit  worten  Dief.;  mit
einem,  wider  einen,  sich  mit  jemand,  mit  einander,
gerichtlich,  vor  gericht  streiten;  streitende  parteien,
gegner;  der  ceren  halb  mit  eim  streiten,  contfendere
de  lionore  Maaler;  daruber  streite  ich  jetzt  nicht
Ifssland  Mann  v.  Wort  3,9;  hat  er  nicht  mit  uns
über  politik  gestritten?!  Hauff  2,  160;  es  lohnt  mir

streiten  —  streitig.

nicht  der  muühe  mit  dir  zu  streiten  Benedix  zärtl.

Verw.  1,  7;  mit  worten  läszt  sich  irefllich  streiten
Goethe  Faust  1;  mit  abhängigem  Satze:  er  streitct
dasz  er  es  gesagt  habe;  dieser  jungling  streitet  mirs,
dusz  uns  Marsen  der  adler  zugeböre  Klopstock  8,  229;
mit  Acc.:  die  möglichkeit  ..  Liszt  sich  nicht  streiten
Rant  8,  529;  das  ist  nicht  zu  streiten  Schiller
an  die  Freunde;  von  einem  Wettstreit:  streitend  mit
dem  wiederhall  sang  der  mann  der  nachtigall  Gleim
3,  398;  —  besonders  in  älterer  Spr.  auch  im  kriegerischen
Sinne:  bellare  striten,  streiten  Dief.;  gewäfent  man
die  (Brünhilde)  vant,  sam  ob  si  wolde  striten  umbe
ellin  kuneges  lant  Nib.  413;  der  meine  hende  leret
streiten  und  meine  feusto  kriegen  Pf.  144,  1;  David

.  streit  wider  die  Philister  1.  Sam.  23,  5;  neuer  nur
dichterisch:  liess  Manchas  helden  kubn  wmit  klappermühlen
  streiten  Wieland  Grazien  6;  ich  stritt  aus
hasz  der  städte  und  nieht  um  euren  dank  Uhland
369;  mit  Acc.:  der  kampf  den  wir  ritterlich  streiten
Arndt  257;  refl.,  mit  Bezeichnung  der  Wirkung:  nun
hatte  sich  jener  im  heiligen  krieg  zu  ehren  gestritten
durch  mannigen  sieg  Goethe  Hochzeitlied;  —  freier
gewendet,  in  mancherlei  Fügungen:  kür  wahrbeit,  freiheit,
  recht  streiten;  swenne  dir  ubeler  dinge  ze  mnotec
wirt  .  85  strite  eht  da  wider  Br  Berthold  1,  343;
enthaltet  euch  von  fleischlichen  lusten,  welche  wider
die  scelen  streiten  1.  Petr.  2,  11;  tansend  und  aber
tausend  gestalten  streiten  sich  um  unsere  aufmerksamkeit
  Goethe  43,  263;  theil  an  dem  kampfe  nehmen,
den  ich  gegen  mich  selbst  streite  W.  Meister  1,  15;  wie
die  mutterliebe  .  mit  dem  sebrecklichen  gedanken
stritt.  dasz  dieses  kind  nicht  da  sein  sollte.  bald  stritten
diese  gefuhle  zusammen,  bald  war  der  abschen  über
die  licbe  gewaltig  d,  9;  mit  pflichten  streiten  pflichten
Schiller  Wallenst.  Tod  2,2;  gegen  widrige  verhältnissc,
  hunger,  kalte  streiten;  das  streitet  wider  alle
billigkeit;  schristen,  welche  um  den  preis  gestritten
haben  Kants,  209;  dasz  sich  um  ihn  her  die  freuden,
ihm  zu  dienen,  streiten  Göckingk  1,  122;  im  Part.
der  Gegenwart:  die  streitende  kirche;  (daß  ich)  mit
mir  eclbst  ..  in  streitender  verwirrung  bin  Goethe
Tasso  2,  1.  —  Streiter,  m.  der  da  streitct,  mhd.  striter;
in  der  Bed.  cines  Wafsenkämpfers:  bellator  striter,
streiter,  nd.  strider  Dief.;  übertragen:  leide  dich
als  ein  guter  streiter  Jhesu  Christi  2.  Tim.  2,  3.  —
Streiterei,  f.  wiederholtes,  längeres  Streiten  mit  Worten,
Gestreite:  es  erhob  sich  eine  str.:  streitereico  in  der
lamilie,  unter  den  parteien.  —  streitig,  in  Streit  besangen,
  ahd.  stritag.  mhd.  stritec  in  der  stärkeren  Bed.
streitbar,  rechthaberisch,  eifrig,  die  auch  nhd.  noch  bisweilen
  erscheint:  sie  werden  etreitig,  widerbellig  gegen
uuander  Paracelfus  1,  70%;  streitbar.  streitig.  streng
uad  rauch  am  strrit  Maaler;  bairisch  Nreitig  noch
—  angestrengt,  unablässig  Schmeller;  sonst  in  dem
heute  gewöhnlickhen  Sinne:  streitig,  corkroberanz

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Stieler;  von  Personen:  streitige  parteien;  zwei
streitige  theile  Kant  6,  16;  uber  dic  eigentlichen  ursuchen
  dicser  krankheit  sind  die  arzneiverstündigen
unter  cinander  noch  sehr  streitig  Rabener  2,  343;
von  Dingen:  die  sache  wird  sireitig,  res  in  qupesstionem
  vocatur  Stieler;  dio  gelegenheit  cincr  streitigen
  wah!  Ranke  Werke  1,  24;  die  streitigen  punkte
Bismarck  Red.  2,  131;  fragen.  die  jetzt  zwischen  uns
und  England  streitig  sind  14,  196;  einem  etwas.  den
rang  (Möser  Phant.  2,  84),  die  oberhoheit  (Ranke
Werke  1,  80),  uberlegenheit  (Schiller  4,  130)  streitig
muchen;  dasz  es  (das  Leben)  mir  irgend  einer  neide
oder  streitig  mache  CF  Meyer  Jenatsch  173;  vgl.  auch
strittig.  —  Streitigkeit,  .  streitiger  Zustand,  dauernder
Streit,  Streithandel,  pugnacitas,  oo
ceptatio,  concertatio,  dimicatio  Stieler;  alle  streitigkeiten,
  sowohl  die  häuslichen,  als  die  nachbarlichen,
.  zu  stillen  und  zu  sehlichten  Goethe  Wahlverw.
l,  2;  gelehrte,  theologische  streitigkeiten.

Strenge,  streug,  fest  und  zusammenhaltend,  scharf;
gemeingerm.  Wort,  goth.  nicht  bezeugt,  meist  auf  den
sehnigen,  nicht  weichlichen  Mann  bezogen,  altnord.
strangr.  altengl.  strang  und  strong,  altfächs.  strang,
abd.  strangi.  strengi,  mhd.  strenge  mit  der  Nebensorm
strang,  wohl  in  engster  Beziehung  zu  dem  Subst.  strang
(s.  d.).  1)  zunächst  von  einem  starken  Kriegsbelden,
auch  von  Gott,  Christus,  die  als  solche  gedacht  werden:
the  kuning  (Christus)  is  gifödit,  giboran  bald  endi
strang  Heliand  599;  dher  rehtwisigo  mannd  waldendeo
strango  Israhélö  (sortis  Israhel)  Isidor  13,  22;  ein
strenger  knabe,  der  gerte  tjoste  Parz.  290,  6;  in  Bezug
  auf  körperliche  Tüchtigkeit  über  das  Mhd.  hinans
gebraucht:  ein  eniklein  des  gar  strengen  streiter  Caroli
N  lartelli  D.  Städtechr.  3,  59;  (Gott)  hat  nicbt  lust  an
rosses  stürke,  nicht  an  des  strengen  mannes  beinen
Opi  8  Pfalm.  268  (nach  Ps.  147,  10);  fonst  übertragen
auf  Gesinnung  und  Stimmung,  —  scharf  in  Bezug
auf  Pflicht  und  Recht,  ohne  Nachsicht:  austerus.  v#ldus,
  rigoroszus,  sebers.  strenge,  stringe,  streng  Dief.;
ein  strenger  könig  Weish.  Sal.  11,  11;  ein  weiser
regent  ist  strenge  Sir.  10,  1;  da  riefen  sic  gott  wider
an,  das  er  jhn  geb  ein  strengen  man  (als  König)
EAlberus  Esop5,  36;  strenger  richter,  strenger  herr,
vgl.  auch  gestrenge;  strenge  mit  seinen  kindern,  untergebenen
  sein;  streng  gegen  sich;  sich  selbst  streng
Klopstock  2,  66;  dem  eignen  körper  war  er  strenge
Schiller  Wallenst.  Lager  6;  auf  eigne  febler  streng
und  gegen  fremde  billig  d.  junge  Goethe  1,31;  von
persönlich  Gedachtem:  das  gesctz,  das  nur  den  Polen
kEnüdi#r.  doch  streng  ist  allen  fremdlingen  Schiller
Demetr.  1,  192;  von  Bethätigung  und  Anzeichen  solcher
Gesinnung:  din  gerehtikeit  gotes  ist.  strenge  Myst.
2,  153;  die  strengste  sceten  unsers  gottesdiensts  Ap.
Gesch.  26,  5;  Strenges  urteil  (Dan.  2,  15),  gebot  (6,  7),
verhot  (C  FMeyer  d.  Heil.  108),  ANrenge  maszrozeln,
aufsicht,  verordnungen,  verfassung  (Ranke  Päpste
I,  169),  u.  s.  w.;  streng  herschen  (Hes.  3.,  4),  befehlen,
anordnen,  uber  etwas  halten,  straten:  Karl  hielt  die
dienstleute  .  streng  zusammen  Freytag  Soll  2,  125;
die  examina  für  die  wachtmeister  streng  zu  stellen
Bismarck  Red.  1,  256;  untersagte  er  aufs  strongste
Heyse  6,  196;  er  sah  streng  darauf,  dasz  man  ibm
unbedingt  geborchte;  einen  strengen  willen,  otrenge
anschanung  vom  leben  haben;  strenge  tugend  Schiller
Karl.  2,7,  mannszucht  Wallenst.  Lager  6;  babe  ieh  mich
sogleich  dem  streogsten  fleisz  ergeben  Goethe  an
Schiller  1796;  mit  strengem  angesichte  Arndt  d#;
des  schicksals  strenge  hand  Körner  Toni  1,  12,  u.  s.  w.;
auf  passive  Verhältnisse  gewendet  oder  dahbin  übergehend,
  =  genau:  etwas  s'reng  belgen,  streng  unch
vorschrilt  hundeln:  streng  leben.  strenge  dint  halten;
die  strengste  Sparsamkeit  Häusser  d.  Gesch.  3,  137:

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Streiligkeit  —  strenge.