Full text : Bismarck´s Glaube.

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für  mich  die  Seligkeit  verloren;  der  Papst  hat  sie  für  mich
nicht.“

Während  der  Kanzler  in  dieser  Rede  von  der  katholischen
  Gemeinde  sagt,  sie  sei  „allenfalls  in  jedem  ihrer
Glieder  immer  der  Stein  in  dem  Pflaster,  auf  welchem
der  Priester  steht“,  habe  aber  „mit  dem  hochbau  der  Kirche
keine  Beziehung  und  keine  Verbindung“,  erklärt  er  ein
andermal  46)  von  der  evangelischen  Kirche,  sie  sei  „ohne
Gemeinde  undenkbar“,  und  ihr  könne  nicht  dadurch  geholfen
  werden,  „daß  man  das  Gewicht  der  Gemeinde
in  ihr  vermindert  und  das  Gewicht  der  Geistlichkeit  in
ihr  vermehrt.“  Eigentümlich,  daß  Bismarck  die  auf  Stärkung
  des  Einflusses  der  Gemeinde  innerhalb  der  evangelischen
  Kirche  gerichteten  Bemühungen  nicht  kräftiger
unterstützte,  an  der  Durchsetzung  der  Gemeinde=  und  SUnodalordnung
  keinen  weiteren  Knteil  nahm  und  den  hochverdienten
  Dräsidenten  des  Oberkirchenrats  herrmann
dem  Ansturm  der  Hochkirchlichen  ohne  erhebliche  Gegen—
wehr  opferte.  Ueberhaupt  scheint  die  evangelische  Kirchenfrage
  den  großen  Staatsmann  als  eine  zu  nebensächliche
wenig  beschäftigt  zu  haben.  Wir  finden  auch  in  den  „GEedanken
  und  Erinnerungen“  darüber  nur  die  wenigen,
kühlen  Andeutungen  ½):  „Die  Erklärung  der  Jalkschen
Wirchenpolitik  ist  nicht  ausschließlich  auf  dem  Gebiete
des  katholischen  Kirchenstreites  zu  suchen;  sie  wurde  gelegentlich
  auch  durch  die  evangelische  Kirchenfrage  gekreuzt
  und  beeinflußt.  In  dieser  stand  herr  von  Puttkamer
den  am  hofe  wirksamen  Kuffassungen  näher  als  JSalk.“  —
„Den  Bruch  (Halks)  mit  Sr.  Majestät  führten  die  Streitig-Baumgarten,

  Bismarcks  Glaube.  15