Vortrag des Lyrischen.
Halt, der ist recht, den wähl' ich. Diesen Säbel
Gab mir mein edler Vater einst vor Wien,
Er hat die erste Ehre mir erkämpft,
Er soll mir auch um meine letzte kämpfen. —
Mit dir, du wackrer Stahl, fecht' ich es aus.
Was auch der Himmel über mich verhänge,
Ich lege meine Finger auf dein Eisen,
Schwöre: lebendig soll mich keiner fangen
Und mich zum Spott des Volks durchs Lager führen!
Und diesen Eidschwur lös' ich ritterlich,
So wahr mir Gott hilft und mein ew'ger Glaube!
Ich mag den Panzer nicht,
Die freie Brust will ich dem Feinde bieten.
Was soll er mir, wenn ich dem Tod,
Dem unvermeidlichen entgegengehe?
Den Panzer weg! Mit freier Brust
Will ich zum Kampf, frei will ich mich bewegen,
Frei meinem Tod ins finstre Antlitz sehn.
Und ohne Panzerzwang die letzte Arbeit
Des blut'gen Werkes schnell und leicht vollenden.
Mein Leben fällt um keinen schlechten Preis! —
Ich selbst will rasch hinüber, wo der Feind
Am stärksten, die Gefahr am größten ist.
Ich will doch seh'n wie weit die Menschheit frevelt,
Ob sie es wagen im Entscheidungskampf
Den vatermörderischen Stahl zu schwingen. —
O triumphiere nicht zu früh! Hier steht
Die Klippe fest, wo deine Hoffnung scheitert.
Ich bin der Alte noch, an meine Fahnen
Hat sich der Sieg gewöhnt, er bleibt mir treu,
Und Gottes Zorn kämpft gegen meine Feinde. —
Wo's halsgefährlich ist, da stellt mich hin.
Dem Tell verdank' ich mein gerettet Leben,
Gern schlag' ich's in die Schanze für das Land! —
(Mit einer Färbung von Unmut.)
Nicht ertrag' ich's,
Indes die edle Jugend rings umher
Sich Ehre sammelt unter Habsburgs Fahnen,
Auf meinem Erb' hier müßig still zu liegen,
Und bei gemeinem Tagewerk den Lenz
Des Lebens zu verlieren. — Anderswo
Geschehen Thaten, eine Welt des Ruhms