Full text : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

jeder  verlorene  Tag,  jede  verlorene  Stunde  Vermin—
derungen  unserer  Aussichten  auf  raschen  Erfolg.  In  der
Tat  ist  in  dieser  Wartezeit  der  ganze  Angriff  den  Fran—
zosen  durch  zwei  übergelaufene  Landwehrmänner  —
elende  Schufte  —  verraten  worden.

Trotzdem  wurde  es  unseren  Gegnern  nicht  mehr  mög—
lich,  die  nötigen  Gegenmaßregeln  schnell  genug  durchzuführen.
  Der  Angriff  begann  am  21.  Februar  1976,  und
die  überwälkigenden  Erfolge  der  drei  ersten  Tage  sind  bekannk.
  Die  Infankerie  des  III.,  XVIII.  A.K.  und  VII.  Reservekorps
  vollbrachte  auf  ihrem  Skurmwege  Wunder
der  Tapferkeit.  Die  Einnahme  des  Forks  Donaumont
war  die  Krönung.  Und  auch  jetzk  noch  wäre  es  gelungen,
die  gesamte  Ostfronk  von  Verdun  zu  überrennen,  wären
die  uns  zugesagten  Reserven  rechktzeilig  zur  Stelle  gewesen.
  Warum  diese  nichk  einkrafen,  entziehl  sich  meiner
Kennknis.

Mir  hat  damals  der  Skürmer  des  Forks  Douaumont,
der  Haupkmann  von  Brandis,  erzählk,  er  habe  am  vierken
Tage  selbst  beobachtkek,  daß  in  der  ganzen  Gegend  zwischen
Douaumonk—Souwille—Tavannes  kein  Franzose  mehr
war.  Aber  unsere  eigenen  Druppen  waren  am  Ende  ihrer
Kräfte.  Das  Wekker  war  entsetzlich,  und  die  Verpflegung
konnke  nichk  überall  rechtzeitig  herangeführt  werden.
Daß  es  wohl  möglich  gewesen  wäre,  bei  soforkiger  Forksetzung
  des  Angriffes  die  gesamte  Ostfronk  von  Verdun
zu  nehmen,  geht  schon  allein  daraus  hervor,  daß  die  örkliche
  Führung  der  Franzosen  bereiks  die  Räumung  der
Ostfronk  befohlen  hakle.  Diesen  Befehl  hak  erst  General
  Joffre  rückgängig  gemacht.  Aus  dem  mir  unlängst
zugegangenen  Berichke  eines  französischen  Offziers  aber,

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