wolınen, um dergleichen Einrichtungen machen zu können, und
wie unrecht verfährt man, wenn man den einseitigen Nachrichten
der Römer glaubt, welche, um ihre Niederlagen zu beschöulgen,
das Land, das sie nicht behaupten, als raulı und unbebauet,
das Volk, das sie nicht unterjöchen können, als wild
und ungezügelt darstellen, wieder Fuchs die zu hoch hängenden
Trauben sauer nennt. Durch solche einseitige Berichte
verleitet, wagte ınan daher nicht, an ein sehr hohes Alter der
Germanen zudenken. Allein dass der Norden mehrere Jahrhunderte
vor: unserer Zeitrechnung nicht so raulı und unbebaut
war, uud die Deutschen nicht ein blosses Jäger- oder Nomadenvolk
gewesen sein können, ist aus mehrern Erscheinungen klar.
Ohne Ackerbau, der wieder mehrere Gewerbe voraussetzt, hätten
zahlreiche Völker, deren Dasein ihr zum Theil siegreicher
Einbruch in’Gallien und Italien bekundet, unter einem nördlichen
Himmel sich nicht nähren, und in strengen Wintern nicht
sich und ihr Viel erlialten können. Der un die deutsche Sprache
hoch verdiente Adelung irrt daher gewiss sehr, wenn er
meint, die Deutschen hätten nur von der Jagd gelebt. Selbst
Cäsar lässt die Sueven, die er sonst so roh schildert, Ackerbau
treiben, von Milch und Käse, also von Viehzucht, sich ernähren
und giebt ihnen hundert Gaue, deren jeder tausend
Krieger stelle. Gewiss hatte daher such Dentschland mehr
Einwoliner, als Adelung meint, der nur 1 Million ihm giebt,
‘weil ein Jägervolk viel Boden sur Nahrung brauche. Allein
auch nach Tacitus sind die Deutschen kein Jägervolk, wenn
sie auch die Jagd lieben, sondern bauen Acker, und verfertigen
aus Gerste und Getreide ein weinähnliches Getränk; unser Bier,
was auch wieder manche Künste und eigene Erfindungsgabe voreussetzt,
da sie das Brauen von den weintrinkendeu Römern
gewiss nicht gelernt haben *). Anch haben üie Landobst agre-*)
60 sagt auch Leibnitz in s. Celsicis. Cwrw. Cwruf cerevisia,