122 1. Buch. 8. Kapitel.
Den großen Dienst, welchen ihm Heinrich durch Niederschlagung
des so gefährlichen römischen Aufstandes geleistet hatte, vergalt
der Papst nun auch noch durch eine Gegenleistung, über deren Bewilligung
Heinrich in der letzten Zeit mit ihm schon mehrfach, bisher
vergeblich unterhandelt hatte. Die Frage bezog sich auf die Angelegenheiten
der vom Herzog neu gestifteten und reich dotierten Bisthümer.
Wenige Monate nämlich nach Heinrichs Aufbruch zur
Romfahrt war der hochverdiente Bischof von Oldenburg, Vicelin,
nachdem er schon lange gelähmt und der Sprache beraubt gelegen
hatte, seinem Siechthum erlegen. Am 12. December 1154 war er
in froher Zuversicht und festem Glauben an den, welchen er den
Heiden so rastlos verkündet, umgeben von seinen Schülern und Genossen,
zu Neumünster entschlafen. Dort wurde er auch unter allgemeiner
Trauer begraben: Bischof Evermod von Ratzeburg, sein
treuer Genosse, celebrierte selbst die Todtenmesse und reiche Stiftun-=gen
sollten des Entschlafenen Andenken auch bei der Nachwelt ehren.)
Es handelte sich nun darum, dem hochverdienten Manne einen
Nachfolger zu geben, würdig und fähig, das von ihm begonnene
Werk fortzusetzen. Nach dem ihm im Jahre 1154 vom Kaiser ertheilten
Privileg stand die Besetzung der slavischen Bisthümer dem
Herzog Heinrich zu: in seiner Abwesenheit fiel dieselbe an seine Gemahlin,
die das Land verwaltete. Ihre Wahl fiel auf den durch
seine Gelehrsamkeit wie durch sein sittenstrenges Leben weit und breit
bekannten Kaplan des Herzogs, Gerold: er war bewandert in theologischer
Gelehrsamkeit wie kaum ein zweiter in Sachsen, unter einem
unbedeutenden, unscheinbaren Aeußern barg er einen starken Geist.
Auch hatte er sich als Vorsteher der Braunschweiger Klosterschule
und Canonikus daselbst bereits tüchtig bewährt. Seine Sittenstrenge
und Neigung zur Askese machte ihn gerade zu einem so schwierigen
Amte, wie die Heidenbekehrung besonders geeignet. Vor allem aber
mochte ihm sein nahes Verhältniß zum Herzoge, die ihm und seiner
liter agere non detrectat adrersario
due deiccto
Nuno, Heinries, manet tanti 6R glorio
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superbos.
Augustus prebeti nuncio, duoJd gestum
est, Comperiens, ocior advolat et quem
deprehendit rebellem conterens pacem
eibi parat strage inimici etc. Am anscheulichften
ist der Bericht 5 Vincent
Prag. Mon. SS. XVII. p. 665. Wgl.
auch den Bericht der Foirhun
Leibnitz, SS. rer. Br. III. ’
52. wonach Leinrich selbst im Wt“'“é
verwundet sein
1) Ielmold. " 78. — der hier nach
dem mündlichen Bericht des am Todtenbette
gegenwärtigen Freundes und Nachfolgers
des Vicelin, Gerold, erzählt.