Full text : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

325—326.  1611  159

oficio  de  medianero  de  Molart  y  el  marichal  el  qual  ha  sido  gran-August24.
disima  parte  para  reducir  este  negocio  a  este  termine.“  De  Praga

24.  de  agosto  1611.
Sim.,  Fasz.  2497,  f.  168;  Or.!

326.  Peter  de  Vischere  an  Erzherzog  Albrecht.  August25.

„I.  ksl.  M.*  ist  zwischen  den  20.  und  21.  zue  nacht  ein  gewaltiger
  catharen  auf  die  brust  gefallen,  daran  sie  ein  zimblichen
anstoss  gelitten.?  —  Den  21.  gegen  abend  haben  I.  M.'  auf  instendig  anmahnung
  des  Barvitio  die  patenten  der  bruderlichen  tractation  vom
herzogen  von  Braunschweig  abfoderen  und  dem  spanischen  ambasciatorn
zuestellen  lassen  mit  der  restriction  aber,  das  er  sie  dem  könig  vor
weiterem  und  anderem  befehlich  zur  signatur  nicht  zuestellen  solle.  —
Den  22.  hat  der  Don  Balthasar  des  morgens  vor  acht  lange  audienz
beim  könig  gehabt  und  hernach  uber  zwo  stund  mit  dem  Glesel
wegen  etlicher  differenzen,  so  sich  noch  zwischen  dem  kaiser  und  kunig
befinden  und  nit  de  substantia  negotii  sein,  disceptirt,  davon  er  E.  fl.  D.
ohne  zweifel  particularius  berichten  wirdet,  Sein  gleichwol  endlich
einer  mainung  geworden.  —  Den  abent  hat  der  von  Molart  mich
berichtet,  das  I.  ksl.  M.'  sich  den  nachmittag  erklärt,  sie  seien  zuefriden,
  das  die  abhandlungspatenten  I.  kgl.  M.'  ad  subsceribendum  et
sigillandum  zuegestellt  werden,  es  solle  aber  der  Barvitius  sie  folgenden
tags  noch  wider  dran  erinnern;  auch  sei  I.  M.*  mit  I.  kgl.  M.!
erklärung  wegen  der  herschaft  Bennatek®  zufriden  und  wöllen  hergegen
  ihre  kunftige  kuniglicoee  gemahlin  mit  tapezereien  und
kleinoten  also  versehn  und  verehren,  das  sie  damit  zufriden  sein
sollen.  —  Sic  sunt  aliquando  intervalla  optima,  quae  postea  a  malis
instrumentis  turbantur,.  —  Sie  werden  auch  dem  kunig  auf  den  tag
ihres  verraisens  von  Prag  ain  banquet  im  schloss  halten  ;  die  personliche
beisamenkunft  und  audienz  wäre  aber  noch  ungewiss.  -—  Den  23.
hat  mich  Barvitio  eben  dasselbe  berichtet  und  verhoffet,  das  abboccament
  wurde  auch  succediren  und  wol  abgehen.“  Am  23,  hat  der
Kaiser  durch  Barvitius  dem  Zuniga  erlaubt,  die  Vergleichsurkunden
dem  König  zuzustellen,  der  sie  sogleich  besiegelt  und  unterschrieben
bat;  später  sah  ich  ein  Exemplar  bei  Zunig..  —  Am  Abend  kam
der  Oberst  Günterode  auf  der  Post  von  Rotenburg  a./T.  (wohin
ihn  der  Kaiser  zum  Unionstage  geschickt  hatte)  zurück.  —  Am  24.

ı  Am  25.  August  beantragt  Zuniga  noch  ein  Hochzeitegeschenk  für
die  künftige  Gemahlin  des  Königs  Matthias  (Sim.  a.  a.  O.,  f.  188;  Or)  —
Der  Staatsrat  beschloss,  für  das  Geschenk  20000  Dukaten  zu  widmen.

3  ME  no.  325.
®  Wegen  der  Herrschaft  Benatek  vgl.  oben  no.  309;  der  Kaiser  sollte
vorher  den  Vertragebestimmungen  genügt  haben