Full text : Unser Pommernland. 3. Jahrgang 1915/16. (3)

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Graunke,  Otto,
geboren  1861  zu  Schivelbein.

„Afsids“.  Ein  lütt  Bauk  voll  Rimelwarks.
„An'e  Bäk“.  Plattdütsche  Rimels.
„Awendklocke“.

Haken,  Joh.  Chr.  Ludw.,

geboren  1767  zu  Jamund  b.  Köslin.

Er  ist  der  Herausgeber  der  „Pommerschen  Provbinzialblälter
  für  Stadt  und  Land“,  die  im  Jahre
1820  zu  erscheinen  begannen  und  deren  Redaktion
später  Giesebrecht  übernahm.  Der  Inhalt  der
Bände  ist  auch  für  uns  noch  äußerst  interessant,  und
jeder  Büchereiverwalter  Pommerns  kann  sich  freuen,
wenn  er  noch  ein  Exemplar  erwerben  kann  oder
gar  schon  besitzt.

Hamann,  Ludwig,

geboren  1867.

„Die  Klosterhexe  von  Marienfließ“.

Eine  Bearbeitung  des  Meinhold'schen  Romans
„Die  Klosterhexe“.

Hermes,  Johann  Thimotheus,
geboren  1738  zu  Petznick  bei  Stargard.
„Sophiens  Reise  von  Memel  nach  Sachsen“.
(Ein  Roman.)  Er  ist  der  berühmteste  Roman  seiner
  Zeit  gewesen,  heut  noch  lesbar  umd  auch  für
die  Kenntnis  pommerschen  Lebens  der  damaligen
Zeit  nicht  ohne  Bedeutung.

Heyse,  Paul,

geboren  1830.

Heyse,  bekanntlich  kein  Pommer,  gehört  mit
zweien  seiner  bekanntesten  Dramen  der  pommerschen
Heimatliteratur  an.

„Hans  Lange“  und

„Kolberg“.

Von  beiden  sind  Schulausgaben  erschienen,  die
in  pommerschen  höheren  Schulen  fleißig  gelesen  werden.


Höfer,  Edmund,

geboren  1819  zu  Greifswald.

Unter  der  Unzahl  Höferscher  Erzählungen  befinden
  sich  viele,  die  ausgesprochenen  Heimatcharakter
tragen.  Einige  von  ihnen  seien  hier  genanmt:

„Aus  dem  Volk“.

„Aus  alter  und  neuer  Zeit“.

„Landbaugeschichten“.

„Verhandelte  Treue“.

„Rolof  der  Rekrut“.

„Das  verlassene  Haus“.

„Ein  alter  Mann“
und  viele  andere.

In  ihnen  hat  er  sich  die  Ostseeküste,  besonders
die  pommersche,  zum  Schauplatz  gewählt.  „Das
kernige  Bürgertum,  das  trotzige  und  her'  Bauern-—

  Anser  Dommerland

und  Fischervolk  jenes  Landstrichs  weiß  er  mit  großer
  Treue  zu  schildern,  nicht  minder  die  gelben  Dünen,
  die  düstern  Forsten  und  das  weite  Meer“

Aus  der  Zeit  zwischen  1805  und  1813  hat  er
eine  Reihe  von  historischen  Erzählungen  geschaffen,
in  denen  allerdings  der  historische  Kolorit  in  recht
schwachen  Farben  aufgetragen  ist.  Höfer  ist  eben
kein  pommerscher  Aleris.

Höfers  Erzählungen  verdienen  trotzdem,  namentlich
  soweit  es  sich  um  die  seiner  beiden  ersten
Sckrifftstellerjahrzehnte  handelt,  der  Vergessenheit  entrissen
  zu  werden.  Ein  längerer  Aufsatz  d.  B.  über
Höfer  soll  eine  Volksausgabe  der  bedeutendsten
Vierke  durch  ihn  vorbereiten.

Hoffmann,  Hans,
geboren  1848  zu  Stettin.

Hans  Hoffmann  ist  der  Klassiker  der  pommerschen
  Heimatdichtung.  Wir  können  hier  nicht  seine
überaus  zahlreichen  Werke  aufzählen.  Die  hier  zumeist
  in  Betracht  kommenden  sind  folgende:

Vor  allem  „Der  Herenprediger“,  eine  kulturhistrrische
  Novelle  aus  der  Zeit  der  Herenprozesse,
die  mit  mehreren  anderen  zusammen  zu  einem  Bande
vereinigt  ist.  Im  Mittelpunkte  der  Erzählung  steht
der  Pfarrer  Wachholtius  zu  Stettin.  Die  ihn,  wie
er  sagt,  zur  Sünde  verlockte,  läßt  er  als  Here  verbrennen,
  und  nun  liefert  er,  ein  unermüdlicher
Herenjäger,  ihrer  hundert  und  mehr  dem  Henker
aus.  Bis  er  von  reiner  Liebe  zu  einem  jungen
Mädchen  ergriffen  wird.  Noch  wehrt  er  sich  gegen
sich  selbst,  und  läßt  sie,  da  er  auch  in  ihrer  Macht
über  ihn  nur  Teufelswerk  erblicken  will,  einkerkern.
Aber  die  grauenvolle  Erkenntnis  seines  Irrwahns
kommt  über  ihn,  er  bekennt  sich  laut  als  Mörder
Unschuldiger  vor  der  Menge,  die  die  Gefängnisse
erstürmt  und  die  Eingekerkerten  befreit.  Wachholtius.
  der  Aufrührer,  erduldet  die  Todesstrafe.  —
Das  erschütterndste  Werk  pommerscher  Heimatkunst!
Von  den  übrigen  haben  sich  die  „Geschichten  aus
Hinterpommern“  und  die  Schulerzählungen  „Iwan
der  Schreckliche  und  sein  Hund“  und  „Das  Gymnasium
  zu  Stolpenburg“  wohl  die  meisten  Freunde

erworben,  während  die  allerdings  auch  schwächeren

bistorischen  Romane

„Brigttta  von  Wisby“,

„Der  eiserne  Rittmeister“,

„Der  Landsturm“,

„Wider  den  Kurfürsten“
weniger  bekannt  sind.

Vorzüglich  sind  die  Skizzensammlungen

„Von  Frühling  zu  Frühling“,

„Tante  Fritzchen“  und

„Von  Haff  und  Hafen".

Bergessen  seien  auch  nicht  die  Ostseemärchen.

Verdoppeln,  verdreifachen  wir  in  den  näöchsten
Jahren  die  Gemeinde  der  Hoffmannkenner  und
„verehrer!