378 Bismarcks Zeitungsartikel. Dr. Bamberg. Untersuchung durch Konsuln in Belgrad.
*340. Bericht an Minister Graf Bernstorff.
[Ausfertigung.]
24. Juni 1862.
In bezug auf den Artikel des „Constitutionnel“ vom 18. c.,¹) die dänische Frage
betreffend, bemerke ich gehorsamst, daß die Erwiderung um deshalb noch nicht hat gedruckt
werden können, weil der Abdruck der Verhandlungen des Corps législatif den Platz in
den Zeitungen vollständig in Anspruch nimmt umd dieselben zur Beifügung umfangreicher
Supplemente nötigt. .
Der Abdruck der Erwiderung ist indessen gesichert und wird jedenfalls in dieser
Woche erfolgen.²)
*350. Telegramm an Minister Graf Bernstorff.
26. Juni 1862.¹)
Herr Thouvenel sagt mir, daß Oesterreich seinen Widerspruch gegen Beteiligung
der Konsuln bei der Untersuchung in Belgrad schon aufgegeben habe.
351. Bericht an Minister Graf Bernstorff.
[Ausfertigung.]
27. Juni 1862.
Wie ich E. E. telegraphisch schon zu melden die Ehre hatte,¹) ist mir von Herrn Thouvenel
mitgeteilt worden, daß Oesterreich seinen Widerspruch gegen die Beteiligung der
Konsuln an den Untersuchungen in Belgrad aufgegeben hat. Der kais. Minister war sehr
danikbar für die unsererseits ausgesprochene Bereitwilligkeit, dem desfallsigen Vorschlage
beizutreten und ihn in Konstantinopel zu unterstützen, und erwartet er, daß nunmehr die
Ausführung desselben auf keine weiteren Schwierigkeiten stoßen werde.
Der frühere englische Antrag, mit welchem die Besetzung der Zitadelle von Belgrad
durch österreichische Truppen in Verbindung stand, ist hier von Haus aus und, wie mir Herr
Thouvenel versichert, noch ehe die Ablehnung Rußlands bekannt war, auf sehr bestimmten
Widerspruch gestoßen. Es ist möglich, daß die Uebereinstimmung in der Haltung des
349. 1) Vgl. Nr. 340.
1) Der Abdruck erfolgte in der Nummer des ,,Constitutionnel" vom 28. Juni. Er enthielt eine Auseinandersetzung der dänischen Frage und war unterzeichnet P. de Troimonts. Hinter diesem ein Redaktions-
B. vom 28. Juni 1862 ausdrück, den ,,Ideengang" des Artikels von demselben vorgeschrieben erhalten
hatte. „Ich habe mich bemüht“, so schrieb Dr. Bamberg weiter, „diesen Ideengang so weit als möglich
innezuhalten“. (Daß Tr. Redaktionsmitglied, geht aus einem Schreiben Bambergs an B. vom 6. Juli
1862 hervor.)
350. 1) Am 23. Juni 1862 telegraphierte der Minister Graf Bernstorff an B.: „Infolge Ihrer
Mitteilung von gestern hatte ich Ermächtigung nach Konstantinopel telegrapbisch erteilt. Darauf
geht heute aus Wien folgende Mitteilung ein: Dem französischen Antrag, daß den Konsuln der Großmächte
in Belgrad Teilnahme an den türkischen Untersuchungsverhandlungen über die dortigen Vorgänge eingeräumt
werde, hat Graf Rechberg nicht beigestimmt. Seine Bedenken betreffen Beeinträchtigung der Selbständigkeit
der türkischen Regierung und Befürchtung der parteiischen Auffassungen von seiten der Konsuln“. Im
Konzept des Telegramms lauten die ersten Worte ursprünglich: „Infolge ihrer vorgestrigen Mitteilung“.
Die Silbe „vor“ ist ausgestrichen.
351. 1) Vgl. Nr. 350.