Dank für wohlwollende Haltung. Aufklärung darüber in Sũddeutschland. 657
anlcheinend aufrichtig etgegenkzommenbe Haltung Graf Beusts war freilich nicht krei von
4 echjvolsstischen Hintergedanken, d ein Memorandum für Kaiser Sranz Joseph vom
5. Dezember 1870, Fr. S. Graf von — Aus drei en Hriler S II. 443 jf.
Versailles, den 1. Januar 1871.
Ew. pp. haben von Berlin aus bereits Abschrift der Depesche des Grafen Beuft
vom 26. v. M. in Erwiderung auf meinen Erlaß an Ew. pp. vom 14. ej. erhalten.
öch ersuche Sie, dem Herrn Aeichskanzler auszusprechen, wie wir mit Vergnügen
darin einen Widerhall unserer eigenen aufrichtigen Wünsche und SGesinnungen gefunden
haben, und noch besonders hervormhbeben, welchen wohltuenden Eindrucke auf Seine
Majestät den König der am Schluß derselben enthaltene Ausdrucke der Spmpathie gemacht
hat, welche Seine Moajestät der Kaiser von Österreich-Ungarn für die fernere gedeihliche
Entwickelung der deutschen Nation in ihren neuen staatlichen Sormen empfindet.
Der Herr Reichskanzler gibt in der Depesche auch seinem Wunsche Ausdruck, einer
Erörterung über die gegenseitige Anschauung von dem Prager Grieden überhoben zu sein.
Wir teilen diesen Wunsch vollkommen. Sch wünsche auch nicht, daß SEw. pp. die Sache
von selbst wieder zur Sprache bringen; und nur, wenn der Herr NAeichskanzler etwa auf
diesen Dunkt zurückkkommen sollte, bitte ich ihm zu sagen, daß auch wir keine Diskussion
hätten hervorrufen wollen, daß wir aber gerade aus Nücksicht für SÖsterreich und im
Interesse der internationalen Höflichkeit nicht geglaubt hätten, die SErwähnung eines
Aktes vermeiden zu können, in welchem beide Mächte eine ihnen damals gemeinsame
Erwartung von der Cntwicklung der deutschen Verhältnisse niedergelegt bätten.
*1994. Erlaß an die Missionen in Dresden,
Stuttgart, Karlsruhe und München.
[Konfept von der Hand des Vortragenden Rats Abeken.)
Am 24. Dezember hatte Freiberr v. Wertbern den Wiunseh ausgesprochen. mögüichst bald
eine Abschrift des Bismarckschen Erlasses an den Gesandten v. Schwe (liehe
E#r 1973) m erbalten, da er mit ihm vielleicht auf die Haltung der „Hchweinic, von Kainiebe
könne. Bismarck ordnete darauf am 25. Dezember die gofortige Veröffentlichung des Erlasses
an. Am 27. Dejember erklärte Werthern auch die Veröffentlichung der Beuftschen Antwort im
Hinblick auf die Haltung des bayrischen Landtages für dringend erwünscht. ei sie alle falsche
Hoffnung auf Unterstützung Osterreichs gegen den Vertrag vernichte“. Deren Veröffentlichung
konnte natürlich nicht von preußischer Seite erfolgen; sie wurde indessen. am 29. in Verlin über-
geben.R sofort von Thile an Wertdern übersandt. Am 1. Januar richtete Bismarck einen Erlaß
an die Missionen in Dresden. Stuttgart. München und Karlsrube, der diese anwies, den
dortigen Aegierungen die Befriedigung des Kanzlers über Ssterreichs umpatbische Haltung deli
der Aeugestaltung Deutschlands auszudrücken.
Versailles, den 1. Januar 1871.
Ew. pp. haben bereits von Berlin aus Abschrift der Depesche erhalten, welche der
Kaiserliche und Königliche Österreichisch-Ungarische Reichskanzler unter dem 26. v. M.
mit Bezug auf meinen Erlaß an den Königlichen Gesandten in Wien von 3. ei! an den
Grafen Wimpffen gerichtet hat.
Es hat uns mit aufrichtiger Genugtuung erfüllt, daß der Ausdruck der Hoffnungen
und Würsche, welche wir für ein freundschaftliches Berhältnis der beiden Nachbarstaaten
und für eine gedeihliche Entwicklung der Beziehungen wischen denjelben begen, einen
1 Gemeint ist jedenfalls der Erlaß an Schweinitz vom 14. Dejember (siebe Ar. 1973).