544 Hessens Haltung in deutscher Srage. Unterstützung des Nina-Komitees?
sprach bei diesem Besuch seine Uberzeugung dabin aus, daß, nachdem Bagern in der deutschen
Frage die Initiative ergriffen und Württemberg sich ebenfalls ausgesprochen habe, Hessen
nicht länger zögern dürfe, wegen seines Anschlusses an den Norddeutschen Bund Schritte m
tun, und daß er beabsichtige, in diesem Sinne Anträge in Darmstadt zu stellen. Herr
Delbrück konnte nur sein Einverständnis mit dieser Ansicht aussprechen und teilte einige Tage
später Herrn Hofmann mit, daß ein förmlicher Antrag Badens auf Eintritt in den Bund
innerhalb der nächsten Tage zu erwarten sei.
Dieser Antrag ist seitdem erfolgt", und ziemlich gleichzeitig erhielt ich aus Stuttgart die
Vachricht, daß die Herren General von Suckow und Minister von Mittnacht bereit sein
würden, sich zur Ergänzung und Sortsetzung der Münchener Besprechungen bierber zu
begeben. Sch habe beide Herren eingeladen, bierber zu kommene, und bei Beantwortung des
badischen Antrages der Großberzjoglichen Regierung zur Erwägung gestellt, ob nicht auch die
Verhandlungen über den Anschluß Badens hier zu führen sein möchten. Auch in München
habe ich die Bereitwilligkeit aussprechen lassen, über die baprischen Vorschläge hier zu ver-
handeln, sofern es nicht vorgezogen werden sollte, die Verhandlungen später dort fortzusetzen".
Die vorstehenden Mitteilungen sind, wie bemerkt, nur zu öhrer persönlichen Information
bestimmt. Wir haben zur Zeit keinen Anlaß, auf die SEntschließungen Hessens einen Druck
auszuüben.
*1863. Telegramm an den Gesandten in Florenz
Grafen von Brassier de St. Simon.
[Konsjept von der Hand des Vortragenden ARats Abesken.]
Am 4. Cktober K#tte Graf Brassier gemeldet, daß die Ereignisse in Rina, wo seit dem
25. September der elagerungszmstand erklärt war ändi
italienischen Partei einen Riegel vorzuschieben, einer Entscheidung zudrängten. Der Gesandte
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lüalienischen Belitznahme, falls die deutschen Cruppen nach Süden kämen, zu begünstigen. Dieles
Versailles, den 12. Oktober 1870.
Ihr Telegramm Tr. 66 enthielt Fragen, welche heut niemand beantworten kann, weil
sie Voraussicht der Wendungen des Seldzuges bedingen. Shre Angaben über das von Ihnen
angedeutete Unternehmen sind außerdem zu unbestimmt, als daß sie bier und in diesem Augen-
blick (Garibaldi) Unterlagen zu Entschließungen abgeben könnten, durch welche Ihre Ver-
antwortlichkeit gedeckt wäre. Ihnen eine Summe von 5000 fres. zu geheimer Verwendung
zu Gebot zu stellen, trage ich gar kein Bedenken, sobald Sie sicher lind, daß die Art der
Verwendung nicht zu einer Verstimmung zwischen uns und dem Gouvernement von Stalien
führen wird. Bescheid von mir an irgend welche mir unbekannte Comité' bitte ich niemals
in Aussicht zu nehmen, denn ich werde solchen niemals geben".
1 Tgl. Nr. 1861.
* Sgl. Tr. 1856.
2 Igl. Ar. 1857.
166 S.1 Der letzte Satz eigenbändiger Zusatz Bismarcks.