Full text: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Dritter Band: Neuere Geschichte Sachsens von 1806-1866. (3)

210 Sachsen während des Befreiungskriegs von 1813. 
Göda am 23ten sollten nur dazu dienen, die Ausführung zu 
erleichtern. Am 26. und 27. September giengen die franzs- 
sischen Truppen bei Dresden und Meißen auf das linke Elbufer. 
Um seinen Feinden den Aufenthalt in dem verlassenen Raume 
unmöglich zu machen, gab er den frevelhaften Befehl, vor dem 
Abzug sämmtliches Vieh fortzutreiben, die Wälder zu ver- 
brennen, die Fruchtbäume und alle Nahrungsmittel zu zerstören; 
zum Glück verhinderte die menschlichere Gesinnung der fran- 
zösischen Generale und das schnelle Nachdringen der Verbün- 
deten, daß diesem bereits auf das furchtbarste heimgesuchten 
Theile Sachsens zum Schluß noch von den eigenen Bundes- 
genossen das Schicksal der Pfalz bereitet wurde. Napoleon selbst 
blieb mit den Garden und anderen Truppen in Dresden, 
dessen Südseite wie bisher St. Cyr deckte; den Uebergang bei 
Meißen bewachte Souham gegen die schlesische Armec, die ihren 
Rechtsabmarsch über Königsbrück und Elsterwerda antrat, wo- 
bei Sacken am 27 sten V'Heritiers Dragoner bei Großenhain 
überfiel; das Vorrücken der böhmischen Armee aufzuhalten, die 
auf den beiden Hauptstraßen über Chemnitz und Zwickau lang- 
sam und zögernd vom Kamm des Gebirges herabkam, weniger 
um eine Schlacht zu suchen als um den Gegner aus Sachsen 
hinwegzumanoeuvrieren, waren nur ungefähr 50000 Mann 
unter Murats Oberbefehl in einem langen von Frohburg über 
Mitweida und Freiberg nach Oderan laufenden Bogen aufge- 
stellt, zur Beobachtung der Nordarmee und zu Ney's Unterstützung 
Marmont und Latour-Maubourg nach Leipzig entsendet. Nach- 
dem sich Napoleon des Muldenübergangs bei Wurzen versichert 
hatte, setzten sich die bei Dresden und Meißen versammelten 
Truppen dorthin in Marsch, nur St. Cyr blieb mit zwei 
Corps bei Dresden zurück, wurde aber schon am 9. October 
durch Bennigsens Vordringen genöthigt sich in die Stadt selbst 
zurückzuziehen. 
Am 7. October früh 6 Uhr verließ Napoleon mit der 
alten Garde in aller Stille die sächsische Hauptstadt; da die 
gerade Straße nach Meißen durch die leichten Truppen des 
Feindes unsicher gemacht wurde, so schlug er den Umweg über