Metadata : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1848. (25)

406

men  vorräthig  zu  halten,  welche  von  den  Thierärzten  ihres  Kundenbezirks  gefordert  und  verordnet
  werden.

2)  Alle  diejenigen  Arzneistoffe,  welche  ausschließlich  nur  für  kranke  Tbiere  angewendet
werden  und  die  nur  für  die  Thierheilkunde  erforderlichen  Pulver  von  Arzneistoffen  sind  von
den  für  die  menschliche  Heilkunde  bestimmten  Arzneistoffen  genau  zu  scheiden  und  in  eine
besondere  Abtheilung  mit  Beobachtung  der  für  einzelne  derselben  gebotenen  sorgfältigen  Isolirung
  unter  besonderer  Aufschrift  zusammenzustellen.  6

3)  Unter  die  sub  2)  bemerkten  Stoffe  und  Pulver  fallen:  «

Aloältepatica,Ammoniacumcakbonic.venale,Ammoniacumcarbonic.pyraoleosumvenale,Ams-10niumcliloratumserratumvenale,calcakiaclilorataves

nalis,Emplastumact-e,ExtractumAconiti,Bella(lon-Iæ,llyoscyamjesucco
venale,HepakAntimonii,lslydmrgymmoxytlatumvenale,l-iquorAmmoniaci
caustici  venalis,  Radix  Veratri  albi,  Roob  Juniperi  venale,  Tarlarus  emeticus
  venalis,  Tinctura  Veratri  albi,  Luguentum  Cantharidum  acre,

sodann  die  in  der  Tare  aufgeführten  pulveres  des  Antimonium  cruckum  und  der  PMlanzenstoffe.



4)  Die  Taxe  fordert  und  setzt  voraus,  daß  die  einfachen  oder  Robstoffe,  namentlich  die
Wurzeln,  Kräuter,  Blumen,  Rinden,  Gummi,  Gummibarze  und  der  Weingeist  in  cchter,
reiner,  unverdorbener  und  ungeschwächter  Qualität  dispensirt  werden.

5))  Die  in  der  Taxe  mit  dem  Beiwort  „venalis“  bezeichneten  künstlich  bereiteten  Arzneistoffe
  sind  nicht  in  dem  für  die  menschliche  Therapie  geforderten  Zustand  erakter  Reinheit
und  Freiheit  von  allen  nicht  dem  Begriffe  derselben  entsprechenden  Bestandtheilen,  sondern  in
demjenigen  Zustand  zu  dispensiren,  in  welchem  Fabrikation  und  Handel  dieselben  als  unverfälschte
  kaufmannsgute  Waaren  liefern.  '

Die  nicht  mit  diesem  Beiwort  bezeichneten  Präparate  sind  nach  der  Vorschrift  der  Landes-Pharmakopoöe
  über  ihre  Reinheit  und  Genauigkeit  der  Zusammensetzung  bereit  zu  halten.

6)  Einige  wenige  Rohstoffe  und  Präparate  (die  Nuces  vomics,  Ipecacuanba,  Jalappa,
  Radix  Rhei,  Secale,  Cornutum,  Hy’drarg)  rum  chloratum  mite  (Calomelas)  werden
  in  der  Form  des  alcoholisirten  Pulvers,  pulvis  subtilis  dieser  Taxe  wie  der  allgemeinen
  Arzneitare,  andere  in  der  Form  des  gröblichen  Pulvers,  pulvis  grossus  der  Taren,
andere  in  der  Form  des  mittelfeinen  Pulvers  (S.  363  der  Pharmakopöe),  in  der  Tare  mit
pulvis  oder  pulveratus  bezeichnet,  verlangt.

7)  Die  Vorschrift  des  Punkts  2  der  Ministerial-Verfügung  vom  27.  Oktober  1847
gilt  auch  für  diese  Tare.

8)  Bei  bedeutender  Ausdehnung  und  Dauer  einer  unter  Staatsfürsorge  stehenden
Seuche  unter  den  Hausthieren  ist  auch  ferner  dafür  zu  sorgen,  daß  über  die  Lieferung  der
in  größerer  Menge  erforderlichen  Argneimittel  mit  dem  betreffenden  Apotheker  ein  billiger
Accord  abgeschlossen  wird.

Stuttgart  den  26.  August  1848.  Duvernoy.