der Autorität und Schlagfertigkeit des Heeres, um zum
Widerstande befähigt zu sein, wenn ein Diktatfriede
aufgezwungen werden sollte. Hat er damit nicht Recht
gehabt? Das deutsche Volk hatte die weitestgehenden
demokratischen Rechte erhalten. Die alte Autorität konnte
in der höchsten Gefahrstunde nicht entbehrt werden. Den
schmachvollen Waffenstillstand mußte auch die O. H. L.
unterschreiben, nicht weil wir wehrlos waren, sondern
weil das Feldheer mit der Revolution im Rücken den
Kampf nicht fortsetzen konnte.
Alle Schuld an unserem Unglück hat das Volk auf
seinen alten Kaiser gehäuft. Als Sohn, der niemals ein
blinder Bewunderer gewesen ist, muß ich hier Gerech—
tigkeit im Urteil über meinen Vater fordern. Seit drei
Jahren wird er mit Schmähungen überhäuft — von
den Parteien der gegenwärtigen Reichsregierung, die
jeden Mißerfolg immer noch dem Schuldkonto des alten
Regimes und im besonderen dem Kaiser zuschieben, von
den Helden zur äußersten Linken und — auch von rechts.
Das ist menschlich und geschichklich, aber nicht gerechk.
Auch mein Vaker war ein Mensch, auch er war mürbe
geworden. Haben nichk Stärkere in diesem Kriege ihre
schwache Stunde gehabt?
Was ist auf diesen empfindsamen und friedlichsten
aller Fürsten in diesem Kriege nicht alles eingestürmt!
Das leßte Kriegsjahr brachte eine Enkkäuschung nach
der anderen. In den letzten Monaten reihke sich eine
Hiobsbokschaft an die andere, und in den letzten Tagen
und Stunden brach alles um ihn zusammen. Er war ent—
schlossen, den Weg der Pflicht zu gehen und auf diesem
Wege zu kämpfen und auch zu fallen. Er stützke sich
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