Full text : Beiträge zur Medizinal-Statistik.

Ueb.  statistische  Grundlagen  f.  d.  Hygieine  u.  d.  specielle  Actiologie.  39

würde,  wenn  es  nicht  gelingt,  diese  nur  als  zufällige  Erscheinungen
  zu  betrachtenden  Erkrankungen  aus  dem  Gesammtbilde  zu
eliminiren.

Da  es  aber  in  Wirklichkeit  für  uns  gar  nicht  darauf  ankommt,
  sämmtliche  Krankheiten  einer  bestimmten  Bevölkeruug
zu  ermitteln  oder  zu  vergleichen  —  eine  Aufgabe,  die  ohnehin  nach
unserer  gegenwärtigen  Kenntniss  für  unlösbar  angesehen  werden
muss,  —  so  Scheint  es  genügend,  diejenige  Krankheitsgruppe
aus  den  Morbiditäts-  wie  Mortalitätsziffern  auszuscheiden  und  für
sich  gesondert  zu  betrachten,  welche  uns  vorzugsweise  interessirt.
Sobald  man  die  am  regelmässigsten  vorkommenden  Krankheiten
zusanımenfasst,  lassen  sich  unter  denselben  zwanglos  die  Verhältnisszahlen
  feststellen,  welche  das  mehr  oder  wenjger  deutliche
Auftreten  der  einzelnen  Affectionen  genügend  markiren  und  vergleichbar
  machen.

Als  solche  Krankheiten  scheinen  mir  besonders  folgende  hygieinisch
  wichtig:  1.  Scarlatina,  2.  Morbilli,  3.  Typhus  abdominalis,
  4.  Erysipelas,  5.  Pneunionie  (idiopathische),  6.  Phthisische
Krankheiten,  7.  Rheumatismus  ac.  artie.,  8.  Vitia  cordis  und
9.  Alcoholdyscrasie.

An  diese  Formen  anschliessend,  aber  ausserhalb  des  Rahmens
derselben,  theils  weil  sie  in  zu  weiten  Gränzen  schwanken,  anderntheils
  weil  sie  in  der  Mortalitätsstatistik  keine  Stelle  finden,
habe  ich  noch  Variola,  Febris  intermittens,  die  venerischen  Krankheitsformen
  (im  weitesten  Sinne  des  \Wortes)  und  die  Scabies  in
Betracht  gezogen.

Für  die  in  den  Tabellen  1—4  und  9—14  enthaltenen  Urzahlen
  sind  in  den  Tabellen  5—8  und  16—21  die  Proportionszahlen
  in  der  Weise,  gewonnen,  dass  die  Urzahlen  der
Rubriken  1—9  zusammengezählt  und  =  100  oesetzt  sind.  Die
Zahlen  für  die  einzelnen  Krankheiten  (1—9)  drücken  das  procentualische
  Verhältniss  hierzu  aus.  In  den  Rubriken  10—  13
giebt  die  entsprechende  Zahl  das  Verhältniss  der  einzelnen  Krankheitsformen
  zu  der  Gesammtsumme  der  sub  1—9  genannten
Krankheiten,  letztere  =  100  oesetzt,  so  dass  es  z.  B.  heisst:  auf

100  Fälle  der  Krankheitsgruppe  1—  9kommen  3,7  Fälle  von  Intermittens
  etc.