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Regierung ferner widersetzte. Die Vorgänge in Kurhessen be—
drohten in den Augen der Fürsten und Regierungen das „lan—
desherrliche Ansehen.“ In Bregenz wurde daher von den drei
vereinigten Monarchen beschlossen, Kraft der von der kurhessischen
Regierung angerufenen Gesetze des Bundes, dem „Aufruhr"
entgegenzutreten. Demgemäß überschritt ein aus Bayern
und Oesterreichern bestehendes Bundes-Executiousheer die Grenzen
des Kurstaats. Aber Preußen, das die Unionsidee noch nicht
aufgegeben hatte und demnach der von ihm nicht anerkannten
Bundes-Versammlung in Frankfurt nicht das Recht einräumen
konnte, ohne seine Zustimmung und Betheiligung in einem befreundeten
Land eigenmächtig einzuschreiten, hatte bereits die ihm
bundesrechtlich zustehende Militärstraße, sowie die Hauptstadt
Cassel besetzt und nahm eine drohende kriegerische Haltung an.
Der Eintritt des der Union ergebenen Generals von Radowitz
in das Ministerium schien die Absicht der preußischen
Regierung, an der Idee des „Unions-Staates“ festzuhalten, bekunden
zu sollen. ·
In der Nähe von Fulda standen Anfangs November die
preußischen Truppen dem bayrisch österreichischen Bundesheer
etliche Tage gegenüber; da aber das Berliner Cabinet, aus dem
Nadowitz bald wieder ausschied, und dadurch einem Ministerium
Manteuffel-Brandenburg ganz freie Hand gab, lange zu keinem
Entschlusse kommen konnte, so erhielt der preußische Befehlshaber
Graf v. d. Gröben so unbestimmte und schwankende Verhaltungs-=befehle,
daß er Nichts zu unternehmen wagte. Das Zusammentreffen
der beiderseitigen Vorposten bei dem Dorfe Bronzell
wurde für ein Mißverständniß erklärt. — Erwartungsvoll blickte
das deutsche Volk auf das Fuldaer Ländchen, wo der kurhessische
Verfassungskampf und die deutsche Frage ihre Entscheidung
finden sollten. Die Verwickelungen hatten einen Grad erreicht,
daß es schien, als könnte nur das Schwert Lösung schaffen, und
wie betrübend und schrecklich auch allen Vaterlandsfreunden ein
Bruderkrieg erscheinen mußte, Preußens Ehre und Deutschlands