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der Mobilmachung gefallen war, die damit zusammenhängende
Schwäche der Regimenter, die geringe Brauchbarkeit der Landwehr—
kavallerie, endlich die Mängel des Kavalleriereglements von 1812,
das die Reiterei zu einer Hilfswaffe der Infanterie machte und für
eine Verwendung größerer Kavalleriemassen, die in der napoleonischen
Schlachtentaktik doch eine so große Rolle spielten, überhaupt
keine Anhaltspunkte gab. Manche dieser Mängel verschwanden nach der
Rückkehr in die Friedensgarnisonen bald. Durch die planmäßige Remontierung
und die Fortschritte der Pferdezucht wurde der Pferdestand
erneuert, die Reitfertigkeit hob sich unter dem Einflusse der
Militärreitanstalt (Lehreskadron), deren erster Direktor Oberst
v. Sohr die am 18. Juni 1825 erlassene Instruktion zum Reitunterricht
für die Kavallerie bearbeitete, die viele Jahrzehnte lang
im Gebrauch blieb. Im September 1821 fanden bei Berlin unter
Leitung des Generallicutenants v. Borstell Ubungen eines Kavalleriekorps
von 48 Eskadrons mit 24 Geschützen statt. Aus den dabei
gesammelten Beobachtungen gingen die am 23. August 1823 vom
Könige genehmigten Bestimmungen über die Formation und die
taktischen Bewegungen eines Kavalleriekorps hervor. Ein Kavalleriekorps
sollte danach zwei Divisionen haben, jede Division eine
Kürassier-, eine Ulanen= und eine leichte Brigade zu 2 Regimentern,
dazu 3 reitende Batterien (zu 8 Geschützen), wovon eine der die Avantgarde
bildenden leichten Kavallerie zugeteilt, die beiden anderen
nach Umständen verwendet wurden. Die Kürassiere bildeten das 1.,
die Ulanen das 2. Treffen. Die gewählten Formen waren aber zum
Teil sehr künstlich, und die Entwicklung der folgenden Jahre trug
den gleichen Stempel einer reinen Exerzierplatztaktik. Auch die
großen Mängel der Landwehrkavallerie, in der schwere und leichte
Reiter und Pferde durcheinandergemischt, deren von den Kreisen
gestellte Pferde zum großen Teil unrittig waren, die durchweg die
Lanze führte, obwohl nur die ehemaligen Ulanen wirklich damit
umgehen konnten, blieben noch lange bestehen. Für den Dienst
im Felde, Vorposten= und Aufklärungstätigkeit, fehlten allgemeingültige
Weisungen.
Die Artillerie, der ihr Generalinspekteur Prinz August von
Preußen eine unermüdliche Sorgfalt und Tätigkeit widmete, war
in der Kriegszeit gleich der Infanterie verdreifacht worden, statt
drei Brigaden zählte sie jetzt deren 9, aber ihre Ausbildung war
schwieriger, und sie gelangte sowohl in der Schießtechnik als auch
in der Manövrierfähigkeit erst nach und nach zu einem wirklich durchgebildeten
Personal. Die reitende Artillerie hatte dabei gegenüber
der Fußartillerie den Vorzug der ständigen bespannten Batterien,
wenn auch nur zu 4 Geschützen, und ihr blieb, obwohl sie seit der
Einfügung in denselben Abteilungsverband mit den Fußkompagnien
ihre frühere Sonderstellung verloren hatte, doch das Bewußtsein
einer bevorzugten Truppe. Bei der Fußartillerie waren der periodische