Dritter Teil.
Die Orthographie oder die
Rechtschreibung.
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A. Allgemeine Kegeln.
1. Die Rechtschreibung (Orthographie) beruht einesteils auf der
Abstammung der Wörter, andernteils auf Gebrauch und Herkommen.
2. Die Orthographie kann man nur durch viele Ubungen erlernen.
3. Dem Auge, das die Hauptrolle in der Rechtschreibung zu über-
nehmen hat, dürfen nur richtige Wortbilder vorgeführt, und diese müssen
dem Gedächtnisse fest eingeprägt werden, so daß danach das Auge in dem
ihm vorkommenden Wort, das es als ein Bild auffaßt, gleich erkennt, was
in demselben falsch ist.
4. Richte dich also nach dem Schriftgebrauch und präge dir deshalb
die Wortformen durch das Auge und durch scharfes Anschauen des Wort-
bildes fest ein.
5. ## dieses geschehen, so wird es uns augenblicklich auffallen, wenn
wir ein Wort durch einen orthographischen Fehler entstellt finden.
6. Ehe man aber zu dieser Sicherheit gelangt, wird man oft in den
Fall kommen, Rat und Auskunft suchen zu müssen. Es müssen daher die
Hauptregeln der Orthographie fest eingeprägt werden.
7. Wo sich bestiimmte Regeln für die Orthographie ableiten lassen, da
muß auch der Verstand zur Erlangung dieser Disziplin mit helfen.
8. Durch richtiges Sprechen und fleißiges, aufmerksames Lesen wird
die Orthographie sehr unterstützt; sicher erlernt wird sie aber erst durch
fleißiges Schreiben, tägliche Ubungen und vielfaches Wiederholen.
9. Jede Provinz hat ihre Sprachfehler und landschaftlichen Eigen-
tümlichkeiten, welche man sich hüten muß in die Schriftsprache zu über-
tragen.
10. Bemühe dich also, eine möglichst reine und richtige Aussprache
des Hochdeutschen zu erlangen, und schreibe dann dieser richtigen Aussprache
gemäß, oder wie du richtig sprichst und buchstabierst, keinen Laut mehr,
aber auch keinen Laut weniger.