Aum̃sser 201
für belondere gefährliche Missionen benutzt werden.
Die Bagnosträflinge wären besonders geeignet
als Heizer auf Kriegsschiffen, wo auch
die Kraftegsen. Leute langsam aber sicher zugrunde
gehen. (Z.)
Friede nsverhandlungen?
London, 30. Aug. Der Londoner „Economist“
n##ist an leinchder Stelle bei der Befrechnng
von Greys Brief darauf hin, daß in
der Tily der Eindruck vorherrsche, daß Friedensverhandlungen
nicht mehr sehr weit entfernt
erscheinen. (3Z.)
Versenkt.
London, 30. Aug. #l#yds meldet: Der
englische Dampfer „Sir William Stephenson“
wurde versenkt. l
2
England und die sitiegs·
Enischädlgung.
Berlin, 30. Aug. Die „Norddeutsche Allgemeine
Zeitung“ schreibt unter dem Titel
„England und die Kriegsentschädigung“:
Der Stoatsselretär des Reichsschatzamtes
sprach in seiner Reichstagerede vom 20. August
aus, daß bei einem siegreichen Frieden die Kostenfrage
nicht vergessen werden solle. Die künftige
Lebenshaltung unseres Volles müsse so meit
wie möglich von der ungeheuren Bürde entlastet
werden, die der Krieg anwachsen läßt. Das
Bleigewicht der Milliarden verdienten die Anstifter
dieses Krieges. Sie mögen es durch die
Jahrzehnte schleppen, nicht wir. Diese Worte
mißfielen der englischen Presse in hohem Maß:.
Die „Westminster Gazette“ erllärt die Worte des
Staatssekretärs Helfferich für einen tölpelhaften
Einschüchterungsversuch. Das Geständnis der
Absicht, den geschlagenen Alliierten eine Kriegsentschädigung,
oder, mie die englische Presse sagt,
„Tribut“ aufmerlegen, s#reis#n„Geisteskrau-=heit“
(Insanil. Auch (Grey wurde durch dir
Worte Helfferichs so flarl beeinilunt, daß er:
und Staatsmänner den Gedanken einer Kriegs-Antwort
auf die Rede
des Rcichslanzlers als Beneis dafür anführtk.
daß Deutschland um die „le#herrschaft"
lämpfe. Deutichland forderi also mit anderen
Worten, daß ganze Vöiler, die Widertand geboten
haben, noch Jahrzehntelang arbeiten müssen,
um ihm in Gestalt von Kriegsentschädigung
Tribut zu zahlen. Unter solchen Umständen
klann kein Friede geschlossen werden, der anderen
Völkern als den Deutschen das Leben erträglich
machen würde.
Aus der Entrüftung, n welcher Englands
auswärtige Minister und die britische Presie
den Gedanlen einer Kriessentschädigung zurückweisen,
ergibt sih zweierlei: 1. daß die Ankündigung
des Reichsschatzselretärs England an feiner
empfindlichsten Stelle traf. Der Gedanse,
aus eigenen Taschen be9zahlen zu müisen, wird
offenbar mit erschreckenderer Empfindung aufgenommen,
als die Pläne der deutschen Annexionisten,
die nur einen Landerwerb und noch
dazu hauptsächlich auf Kosten anderer Ententegenossen
betreffen *2. daß bei den Engländern
5 fta Looni.
21 ertmi L.
sie am Schlusse seiner
Voman bon Tr. M. ts.
#tV zh##nn
Da fland aleich an der ersten Seue mu
setrgedruckten Buchraben die vielvcriprechende
Ueberschriitt „Eine sensationelle Enthüliung in
der gebemnis ollen Mordtat“; und da er den
spallenlangen: *i dure eleicn haute, begriff
er ** e’ 5 Asin L Oini dn entrüftet
hat:e. Ge#n die genaue # dergabe der Erignine
um Möbelmaga zin, und der Schreiber
machte gar kein Hehl aus seiner Meinung über
die Vorgänge in der Mordnacht. Mit offenen
Worten vbezichtigte er den jungen Arzt der
Tat; und er sprach noch obendrein sein Bedauern
darüber aus, daß man auf Grund der
vorhandenen Indi nen wahrscheinlich kaum zu
einer Verurteilung dieses sauberen Herrn Arzies
lommen würde. Der Mant fuhr dos
Blatt sort — würde sicherlich schlau heing sein,
um Mittel und Wege zu sinden, die zu seiner
Entlastung jührten. Denn es läge darin, daß
n so ausführliches Geständnis abgelegt,
kn argenbeme kluge Verechnung, und die
nächsten Tage schon wüurden es wahescheinl
bormnachen . er damit beabsichtigt.
In einer Aufwallung gerechten
zerknitterte Hardeck die Zeitung in der Rechten
und schleuderte sie wie eiwas Etles meit auf
den Fahrdamm. Dann aber mußte er über sich
selbst lachen. Was nutte es ihm, wenn er
dieses eine Stiüccchen Papier vernichtcte! Die
Verleumonn lonnte er damit nicht aus der
Welt schafsen. Er wusite, daß diese Zeitung
eine Auflage von 200 000 Cremplaren hatte.
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im Innern ihres Herzens die Hoffnungen auf
einen für sie siegreichen Ausgang des Krieges
auf den Nullpunkt sinken. Denn solange die
Engländer noch an ihre Sache glaubten, war
die Bedrohung Deutschlands mit einer erdrückenden
Kriegsentschädigung erlaubt und selbstverständlich.
Wenn jett die englischen Zeitungen
entschädigung für unmoralisch und verrückt erllären,
so lann diese Meinungsänderung nur
darauf bernhen, daß eine andere Kriegsentschädigung
als eine solche zu Gunsten Deutschlands
in ihrem Gesichtskreis leinen Naum mehr hat.
n # 3
em EWäichen Neineuschn##en.
Der Brand von VBrest-Litowsk.
Berlin, Z3#. Aug. Der Kriegsberichterstatter
der „Vossischen Zeitung“ im Südosten berichtet:
Wie Wladimir Wolmneli und Nowo-Alelsandria
haben die Nussen auch Brest-Litousl
vor der Preisgabe angezündet. Der weilaus
größte Teil der großen Stadt ist bis auf
lahle Trümmer niedergebraum. Auf dem gan
zen Wege von den Außenwerien bis in das
Stadtinnere steht Ruine neben Ruine. Niedergebrannt
sind die Innenseri-, zerstört der grose
schöne Bahnhos, wüste Trümmer, wo sich ein!!
das vornehme Stadtviertel reihte, ein Chars
von Kaminen der Marltvlat, ein- seltsamer
200 000“, Menschen und i würden diesen
Artikel lesen, dieien schmählichen, nieder rächtigen
Vericht, der ihn zum Mürder stempelte.
Und in all seinem Zorn lam ihm der Gedante,
daß er an Stelle des Mannes, der hier
in einigen wohlgefügten Sätzen seine Ehre besudelle
und seinen guten Ruf untergrub, vielleicht
nicht anders gehandelt hätte. Sprach
doch in der Fat alles gegen ihn, und konnte
er doch durch nichts den Verdacht wirksam
entkräften. Wogn hatte er erwiesen, daß #t
ihm noch jemand sich im CEckhause brsunden)
daß er tatsächlich in dem Motor nach dem
Palais gelangt war, und endlich, daß er um
einhalb zwei wieder daheim gewesen war.
Dieser findige Herr bier hatte ja aber sogleich
vorgebeugt — das waren dann eben die
„Mittel und Wege“, Vo denen sich „dieser
saubere Herr Arzt“ aus der Schlinge zog. O,
es war ja so kinderleicht, jemanden um seinen
guten Ruf zu bringen! Und er war vollständig
ohnmächtig diesen Verleumdungen
gegenüber.
Bald genug sollte er sich davon überzeugen,
wie ausge zeichnet der Artikel gewirkt
hatte. Nicht ein einziger Patient befand sich in
dem sonst beinahe überfüllten Wartezimmer
und seine alte Haushälterin zeigte ein merkwürdig
scheues und verlegenes Gesicht, da sie
ihm die Cntreetür öffnete.
it einem bitteren kleinen Lächeln ging
er in das Ordinatinns zimmer hinüber. Ein
seiner Zigarelnengualm ersalte den Raum und
aus einem Lensesel erhob sich bei seinem Cmtritt
Fernon, der dem jungen Arg#e stumm, aber
auf das „berlichf die Hand schünelte.
ehe, Sie haben diese Blüte einer
Neoterphemaf bereits aelelen.“ saate er
—#f#tr“#r *
Durcheinander eiserner Oefen und gewaltiger
Ligelhausen die Fabrikgegend, die Bahrnlinie
besät mit umgestürzten zertrümmerten Waggos#,
dazuischen verendetes Bieh und vernichtete Wareutapel.
Mo di Häuser von den Flammen
verschont blieben, hat vorher die russische Soldatesla
gewütet. Alles Gerät ist kurz und llein
geschlagen. Eine hohe, heile Kirche mit blauen
Kupxpeln und leuchtend goldenen Kreuzen ragt
über die weiten Stätten der Vernichtung, die
gestern noch mehr als 50000 Menschen Heimat
und Obdach boten. (J.)
Schwere Ausschreitungen
in Moskau.
Berlin, 30. Aug. Von Augenzeugen erhült
die „Voss. Z#g.“ aus Petersburg indirekt einen
genauen Bericht über die blutigen Ausschreitungen,
die sich letzten Dienstag in Moskau abgespielt
haben. Unmittelbar nach Bekanntwerden
der halbamtlichen rüssischen- Lügenmeldung von
dem sogenannten russischen Seesieg im Nigaisch: n
Meerbusen verbreitete sich gleichzeitig in Petersburg
und Moskau die Nachricht, die Dardanellen
leien bezuungen worden. Nachmittags haben
dann die Petersburger und Moslauer Zeitungen
Ertra-Ansgaben mit den beiden Meldungen
herausgegeben und die berüchtigten echt rusfischen
Organisationcn beriesen sofort den ihnen
ergebenen Stratßenpöbel zu den üblichen Kun?-gebungen:
Gegen 4 Uhr nachmittags waren in Moslan
die Straeiaja- und Tuwerslaja= Straße von
m#s#####ssse.—.—.—..——
ernst. zer Freund! Ich inußte wohl, daß
das eines Taes lommen winde. Aber nun
verlieren Sie um des Himmels willen den
Mut nicht- In den Spaiten desselben Blattes
wird man Sie einmal um Verzeihung bitten
müssen für das Unrecht, das man Ihnen jeßzt
antut. Dajür lassen Sie nur mich orgen 1 0.0
Aber haben Sie [U##t noch Neuigkeiten?“
Hardeck erzähl?? ihm von seinem Verhör
vor dem Untersuchungrichter, und von der
Auosage Heilys. Jernau lächelte ein wenig.
a, sie ist ein lienes, tapfercs Mädchen.“
sagte er dann. „Aber das ist ja besser, als ich
es gehofft und erwartet hatte. Der Beamte
hat anscheinend den Eindruck gewonnen, dast
er nicht in Ihnen den Täter zu suchen hat;
und ich will Safür lorgen, dab sich diese seine
Meinung als die Wahrheit herausstellt. —
Haben Sie Abochens Lust zu einem kleinen
Abesteuse, Hardec — Das heißk, ob Sie Lust
haben oder nicht, Sie mässen mit mir heute an
einen gemissen Orte einen Besuch machen.“
Der sunge Arzt erhob abwehrend die Hand.
„Doch nicht im — aber nein, bas ist ja unmöglich!“
„J laube wohl, daß Sie mich richtig
verstanden haben,“ sagte Fernau ruhig. „Ja,
ich möchte heute abend mit Ihnen ins Eckhaus
ehen. Bielleicht ist es eine Torheit, aber es
iegt mir eine Abnung im Blute, daß es von
grostem Rutzen für uns ein- könnte. Sie erinnern
sich wohl, daß ich Sie schon einmal
durch meine Wahrsagerkunst in Erstannen verseytr.
Damoss blieb ich Ihnen bie Erklärung
schuldig, und ich gedenke sie Ihnen auch heute
noch vorzuenthalten. Aber Sie können mir
glauben, daß meine Abnu g die gleiche Ouelle
dat, der ich die Kenntnis ber Erechaisse eae
Mitwoss, 1. september .
Zehntausenden vollgepfropft, deren 8
sofort auf einen Pogrom schließen ließ le
friedliche Bevöllerung eilte in Schreden nach
Hause, man begann die Läden zu schließen und
perrte die Haustüren zu. Inzwischen Eeielten
5 auf den Straßen die üblichen Bilder ab.
Der Patriotenmob brüllte die Volkshymnen
saller Verbündeten, schleppte Zarenbe nise herbei,
zwang alle Vorübergehenden auf die Kniee
nund brüllte: „Heraus mit den Verrätern!“ In
einzelnen Straßen begann die Plünderung.
Als am Denkmal Skobelews Hetreden gegen
Deutsche, Juden und liberale Verräter begannen,
eillen Arbeitermassen herbei. Es erschienen
rote Fahnen, und es ertönten Schreie: „Man
belügt uns schon wieder! Nieder mit dem Volksseind!
Genug des blutigen Krieges und Mordens!“
Da erschien ein Massenau 4 ebot der
Polizei, die bis dahin bei den Aus Preilungen
des Patriotenpöbels gefehlt hatte. Als der
Polizeihauptmann einen Arbeiterredner sestnehmen
wollte, begann der Kampf. 11 Schutzleute
wurden verwundet, darunter zwei tödlich. Die
Polizei mußte sich zurückziehen. An einzelnen
Stellen wurde gerufen: „Nieder mit dem Zarismus!
Nieder mit dem Massenmord!“
An demselben Tage spielten sich in Petersburg
ähnliche Szenen ab, wenn auch in bescheidenerem
Umfang. Dort nahm die Polizei gegen 80 Verhaftungen
vor.
2 II
Jilen.
Vom italienischen Kriegsschauplatz.
Wien, 30. Aug. Aus dem Kriegspressequarltier
wird gemeldet: Am westlichen Jsonzoufer
bei Kosarcse scheiterten sieben Sturmangriffe
am eisernen Widerstand der dort liegenden Ungarn
und Kroaten. Vor unseren Stellungen
am Mrczli-Vrh liegen hunderte von Italienerleichen
und unsere Soldaten wenden alle möglichen
Mittel an, um sich gegen den immer starker
werdenden Leichengeruch zu schützen. Trotzdem
gingen die Ilaliener am nächsten Tage
wieder vor, wurden aber von uns nach erbitterten
Kämpfen zurückgeschlagen. Gefangen genommene
Italiener sagen aus, es sei Befehl eingegangen,
die Stellung unter allen Umständen
zu nehmen. Daher diese ewig sich wiederholenden
Sturmangriffe der Insanterie, die trotz unglaublicher
Verluste immer wieder von neuem
angesetzt werden. (J.)
Cholera im italienischen Heer.
Köln, 30. Aug. Von Reifenden, die aus
Italien lommen, erfährk die „Köln. Volkszeitung“,
daß 600 Cholerafälle in Mailand unter
den Soldaten aufgetreten seien. Die gesamte
Garntson wurde geimpft. Die die dezimierten
Maschinengewehr= und Alpiniregimenter ersetzenden
Infanteristen leiden offenbar an Kälte.
Die Lazaretie sind überfüllt mit Soldaten, denen
die Gliedmaßen erfroren sind. (3.) ,
I . I 1
m
Griechenland bleibt neutral.
Athen, 30. Aug. Venizelos wird der Kam“
mer einen Neutralitlälsbeschluß des neuen Kabi-
netts belannt geben. (.J) t*
haur# berdafke.é
Schweren Herzens gad Hardea seine 66%
willigung. Der Gedanke, an jenen Orn
zutehren, war ihsn unsäglich widerwäri
leicht jedoch diente es wirklich zur M
des Verbrechens, und um einen solck
konnte er schon seinen Gefühlen,
3wang auferlee en.
erabredete mit dem Schri'
er sich achun zehn Uhr mit ihm ar
an dem das Palats stand, treffenr
hatte eine so späte Stunde vor
Hardeck konnte sich nicht em
staunen darüber zu äuern.
habe auch dafür m.
Gründe,“ gab ihm der Freund
wort. Und auf die Frage des
ob sie denn überhaupt un.
gelangen würden, ermiderte 2
„Ich sagte Ihnen schon,
Kommissae Starringer ain -
steBetr
T n * dan d
ein, als bat, mir .
Mordhauf “ # überlassen.
ledem Au enblick frei, dort
gehen wir werden lichert *
ure stoben.“ -
war etw
Uhr, ans ,
Schwelgenichrlttendiebei.-Marmortreppehlnaiifiliresch
elnzigen vernehmbaren Laute.
la dea da, und wieder, wie vac jemnem
# such, legte sich die Moderlust beklemmend
auf Hardecks Brust.
Der Tote war natürlich inzwischen forl-
beschafft worden. und man batie überdles die
— Mm
/