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buch fand, und diese ehrwürdige Alten, wie er glaubte, nach
Gutduͤnken sagen lassen könnte, was#er jetzt für seine Sache
vorträglich hielt.
Schon längst war nehmlich in den Fränkischen Staaten
eine Sammlung von Kirchengesetzen bekannt, welche den Namen
des Spanischen Bischofs Isidor führte. Dieser Sammlung
fügte der Betrüger seine Erdichtungen bei, ersann allerhand
Lügen, woher dicses neue Buch komme, und siellte sich,
als ob es schon unter Karls des Großen Regierung aus Spanien
gebracht worden wäre. Z
Der ganze Zweck des Betrügers gieng sichtbar dahin, das
Aasehen der Metropolitane und der Provinzialsynoden völlig
zu stürzen, die Anklage eines Bischofs für den Laien unmöglich
zu machen, und für jeden Geistlichen so sehr nur möglich
zu erschweren. Er spielte deswegen alle Kirchengewalt in die
Hände des Römischen Bischofs. Er lößte die Bande der bisherigen
Dibcessubordination fast völlig auf, und stellte jeden
gemeinen Bischof in einer Linie mit dem Metropolitan unter
den Römischen Bischof hin. Der Rdmische Bischof wurde
für den Herrn der ganzen Kirche erklärt, nur von ihm hiengen
alle Endurtheile in kirchlichen Angelegenheiten und besonders
bei Bestrafung eines Bischofs ab. Welcher Metropolite konnte
sich entschließen, seinen ihm bisher subordinirten Bischof strafen
zu wollen, wenn er erst von jedem Schritt zu Rom Rechenschaft
geben sollte!? Wie wurden dadurch alle Processe
ins Unendliche gespielt, ihre richtige Entscheidung unmöglich
gemacht, wenn Streitigkeiten nicht an der Stelle, wo sie entstanden
waren, untersucht und entschieden werden sollten?
Die ganze bisherige Hierarchie mußte also nothwendig gestürzt,
das ganze Verhältniß der Kirche zum Staat vollig geaͤndert
werden, wenn diese neue Kirchengesetze in Gang kom-