41
sein Ziel abermals zu verfolgen! Dem mußte zuvorgekommen werden
auf eine Weise, daß es schwer, ja unmöglich wurde, das Geschehene
wieder rückgängig zu machen, und das war erreicht, wenn der Orden
bald von dem ihm anzubietenden Lande Besitz ergriff und den Kampf
gegen die Preußen eröffnete.
Nachdem Konrad sich daber entschlossen hatte, das Kulmische
und Löbauische Gebiet dem Orden zu überlassen, falls er sich zur Bekämpfung
der Preußen für des Herzogs Zwecke vepflichte, schickte er
im Anfang des Jahres 1226 eine Gesandtschaft an den Hochmeister
Hermann von Salza nach Italien ab, mit dem Auftrage, demselben
die Schenkung der beiden Landschaften anzubieten, wenn er Preußen
für den Herzog angreifen und erobern wolle.75)
Der Schritt, den Konrad hiermit gethan, war verhängnißvoll.
Nicht als ob die Berufung des Deutschen Ordens an sich Preußen und
dem Bischof Gefahr gebracht hätte. Aber die Art und Weise, wie
er geschah, brachte den Orden nothwendig zu dem Lande und zu
Christian, dem Bischofe, in eine ganz und gar falsche Stellung,
welche eine lange Kette von Unredlichkeiten, Rechtsverletzungen und
Gewaltthaten nach sich zog, und deren einstiges Opfer schon jetzt sich
unschwer ahnen ließ.
Konrad kannte Christians Stellung, wie sie durch eignes Verdienst
und durch die öffentliche Entscheidung der Päpste geworden
war. Er wußte auch, daß derselbe ein Werk, dem er die ganze Kraft
— —
72) „Devotus noster Conraches, dux Mesovie et Cugevie, so gibt der
Kaiser die Erzählung Hermanns wieder, promisit et obtulit providere asibi
et fratribus de terra, que vocatur CTolmen et in (soll heißen de) ali# #erra,
inter Marchiam suam videlicet et confinia Prutenorum: ita quidem, ut laborem
assumerent et insisterent oportune ad ingrediendum etobtinendum
terram Prussie ad honorem ei gloriam veri dei.“ Dreger. n. 65. Mit dem
Worte Prutenorum hört das Anerbicten auf, mit ita quidem beginnt die Bedingung.
Die Worte ad honorem et gloriam veri dei wollen der neugierigen
Frage: Wem das Eroberte dann gehören solle : vorbeugen.