518 Das Verwaltungsrecht. g201
Generalpacht ganzer Aemter an einen Pächter oder in einer Einzelverpachtung
der zu dem Amte gehörigen Güter.
Dagegen hat sich für die staatlichen Forsten stets die eigen
Bewirtschaftung durch den Staat erhalten. Ueber die Art und
Weise des Betriebes sind besondere, meist nicht verkündbare Bestimmungen
ergangen, die im wesentlichen nur ein forstwissenschaftliches
und kein juristisches Interesse haben. Die Jagden werden
teils verwaltet, teils verpachtet und zwar geschieht letzteres vorzugsweise
bei Feldjagden und Jagden in vereinzelt gelegenen Forstparzellenn.).
Die Verordnung vom 4. Juli 1867 betreffend die
Forstverwaltung in den neu erworbenen Gebietsteilenn) ermächtigt
die Fachminister, für die gedachten Landesteile über die Verwaltung
und Nutzbarmachung der dem Staate gehörigen Forsten und Jagden
in demselben Maße Anordnungen zu treffen, wie ihnen solches
in den älteren Provinzen der Monarchie zusteht und setzt zuglei
die in den gedachten Landesteilen geltenden Gesetze und Verordnungen
insoweit außer Kraft, als sie mit den hiernach zu
treffenden Anordnungen im Widerspruche stehen.
Hinsichtlich der Nutzung der weder zu den eigentlichen Domänen
noch zu den Forsten gehörigen Grundstücke des Staates
gibt es keine allgemeinen Vorschriften. Vielmehr entscheiden lediglich
Gesichtspunkte der Verwaltungspolitik darüber, in welcher
Weise die Nutzung stattfinden soll.
Man bezeichnet diejenigen staatlichen Grundstücke, welche den
Staate keine Einnahmen gewähren, sondern lediglich zur
nutzung für öffentliche Zwecke bestimmt sind, gewöhnlich als Verwaltungsvermögen
im Gegensatze zu dem sogenannten Finan
vermögen, d. h. den Domänen im engeren Sinne und den Forsten“ ·
er
14) Vgl. Geschästsanweisung für die Regierungen vom 31. Dezemon
1825 und hinsichtlich der Bedingungen der Verpachtung Verf. ril
23. Mat 1906 — Landw. MBl. 1906, S. 247 — und Verf. vom 7. Ap
1909 — a. a. O. 1909, S. 185.
10) G S. 1867, S. 1129. ..
Of
16) L. v. Stein, Lehrbuch der Finanzwissenschaft Bd. 1, S. 21%
Laband in Hirths Ann. 1873, S. 412 ff.; H. v. Schulze-Gaeve rin 3
Pr. StR. Bd. 2, S. 174 u. a. Gegen die staatsrechtliche Bedeutung
Unterschieds Zorn, Bd. 2, S. 223.