Metadata : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

Es  erhob  sich  die  Frage,  ob  diese  in  den  durch  die  Aisne  —  Tlhampagne-Schlacht
  veränderten  Stellungen  der  7.  und  I.  Armee  mit  Aussicht  auf
Erfolg  geschlagen  werden  konnten.  Die  neugewonnenen  Erfahrungen
waren  zu  verwerten,  auch  die  weitere  Ausgestaltung  zweier  Angriffsmittel,
des  Gases  und  der  Tanks,  mußte  berücksichtigt  werden.

Die  Rampfstellungen  der  7.  und  I.  Armee  beim  Abschluß  der  Schlacht
entsprachen  nicht  mehr  den  Bedingungen,  die  künftig  für  eine  erfolgreiche
Abwehr  unerläßlich  schienen.  DOerteidiger  und  Angrelfer  lagen  sich  meist
auf  Zandgranatenentfernung  gegenüber.  Die  Südfront  der  7.  Armee
war  bis  zum  SZöhenrand  des  Themin  des  Dames  zurückgedrückt,  die
unumgänglich  notwendige  Tiefe  verloren  gegangen.  Bei  der  I.  Armee
hatte  der  Gegner  die  Söhen  von  Moronvillers  in  der  Zand.  Unsere
vorderen  Stellungen  lagen  schutzlos  vor  ihnen.  Außerdem  boten  die  JSöhen
beherrschende  Beobachtung  weit  in  das  Zintergelände  der  I.  und  3.  Armee.
indringlicher  noch  als  frühere  Materialschlachten  hatte  die  Aiene  —
Lhampagne-Schlacht  die  Bedeutung  einer  Verteidlgung  in  tiefer  Gliederung
erbennen  lassen.

Je  zermalmender  das  Artillerte=  und  Minenfeuer,  je  sorgfältiger  vorbereitet
  der  erste  feindliche  Sturmanlauf  sich  gegen  den  in  den  vordersten
Kinien  gesuchten  Vertetdiger  richtete,  desto  mehr  mußte  dieser  darauf
sinnen,  den  Zauptwiderstand  aus  der  am  meisten  gefährdeten  Zone  hinauszuverlegen.
  Gegenwehr  bis  zum  äußersten  war  erst  da  zu  leisten,  wo
angenommen  werden  durfte,  daß  der  Gegner  durch  den  langen  Anlauf
bereits  geschwächt  und  durcheinandergekommen  anlangte.  In  der  Söhe
des  ZSauptwiderstandes  war  der  Gegner  anzugreifen.  Alles  kam  bei  dieser
Derteidlgung  darauf  an,  daß  die  Zone  für  den  entscheidenden  Widerstand
nach  Gelände  und  Ausbau  ausgesucht,  und  die  „Sauptwiderstandslinie“
Führung  und  Truppe  einwandfrei  bebannt  war.

Eine  Verbesserung  der  Rampfzone  bet  der  7.  und  I.  Armee  war
somit  unabweisbar.  Sie  konnte  nach  vorwärts  durch  Angriff  gesucht  oder
aber  die  notwendige  Tiefe  durch  Zurückverlegen  des  ZSauptwiderstandes
gewonnen  werden.

Die  angriffsweise  Lösung  war  eine  Frage  der  Rräfte  und  Munition.
Das  Jzurückverlegen  des  Zauptwiderstandes  mußte  dem  Gegner  früher
oder  später  Gelände  preisgeben,  um  das  er  bisher  vergeblich  gerungen
hatte.  Gerade  auf  der  Südfront  der  7.  Armee  schob  es  ihm  in  der  Hreis-280