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ton in kälte verändert Fiesko 4, 12; kurzer, barscher,
freundlicher, milder, sanfter, beschwörender (Räub. 1,2),
beweglicher (Fiesko 1, 12), hohler gebrochener (I, 10),
schneidender (4, 15), brutaler (Schrift. 4, 84), schmelzender
(5, 35), gemilderter (175) ton; will es ihm vorheulen
in mark und bein zermalmenden tönen Kab. 3, 6;
will ich mit einem huldreichen tone auf dich herab
reden Rabener 3, 34; der ton. mit dem du redst, ist
ein erzwungner ton Gellert Sylvia 4; das war cin
väterlicher ton Isfland Aussteuer 5, 12; esten tons
zu seinen leuten spricht der herr der druckerei Freiligrath
3, 131; als uber die münner ihn trockenen
tones mit Ihr traktierten Keller Werke 8, 293; von
Tieren: so gebietel er (der Tauber) in einem tänuberischen
tone Gellert 4, 238; frei, von der Art des
(mündlichen wie schristlichen) Vortrags, lehr-, kunzel-,
Drofessoren-, kuthederton; mein ton (in einer Abhandlung)
ist freimutbig und fsest Schiller an Goethe 1795;
auf Verkehr und Behandlung bezogen, in festen Wendungen:
ehe ein jahr vorüber geht, wird dic moral aus
einem andern tone sprechen Möser Phant. 3, 5; auch
mit Einspielen der musikalischen Bed.: im gesprüche
einen bescheidenen, hochmutigen, frechen, zweideutigen,
schlupfrigen ton unschlagen; jetzt geht es, pfeist es
aus einem andern tone; alle wohlgesinnten, die nicht in
den ton stimmten, den hasz und parteigeist angegeben
halten Goethe 37, 303; der pöbel. gibt zum ungluck
den ton an Schiller Räub., 1. Vorrede; er fuhrt in
allen versammlungen den ton; ich kann den ton des
rückhalts un freunden nicht ausstehen Goethe Clavigo
4; sie setzte sich gegen ihn schon auf einen lebhalteren,
verlraulichern ton Wanderj. 2, 3; es wurce
zeit dasz ein freundlicherer ton hier herrschte Benedix
zärtl. Verw. 1, 7; bezogen namentlich auf gegenseitiges
Verhalten in der Gesellschaft: der ton der höchsten kreisc,
ton bei hofe, leute von gutem, seinem, steisem tone;
der mann, der in den assembleen des guten tons gelitten
wird Schiller Fiesko 2, 2; der gute ton scheint
vollig einzufrieren Heyse 3,256; in ästhetischem Sinne:
in diesem drams herrscht ein anderer ton, u#is in sencm;
ton des seinen lustspicls, u. ä. 2) ton, von Farben,
nach dem Vorbild des franz. ton erst im 18. Ih. eingeführt
Adelung: der schöne ton eines gemähldes,
numpfiger, heller, schwarzer ton u. ä. ebd.; das ganze
(der Kapelle) erhielt dadureh (durch bunte Fenster) einen
kremden ton Goethe Wahlv. 2, 3; (Schütz, der Landschaftmaler,
halte) dio Rneingegenden ..ganz in seiner
gewalt, so wie den sonnigen ton, der sie in der schönen
jahreszeit belebt DuW. 3; wenige abwechsclung in den
tönen des kolorits Jacobsson. 3) ton. Spannung,
Elastizität, nach dem griech. ténos, seltenes Fremdwort
der neueren wissenschaftlichen Spr.: durch die sinnliche
hundlung der taufe gerührt, gab vielleicht ihr körper
der seele eben denjenigen ton, der nötig ist um mit
dem wehen des heiligen geistes zu sympnthisiren der
junge Gocthe 2, 224. — Zusammensetzungen: tonangebend,
den Ton, die Art des Verkehrs in Gcsellschaft
oder öffentlichem Leben bestimmend: tonangebende krcise
in der residenz; wenn Sie die französischen blätter lesco,
selbst dic tonangebenden Moltte 7, 123.— Tonart, s.
Art der Tonfolge in einem Mufitstück: harte, weiche
tonarten, Dur und Moll; gern übertragen: so wechscl!
Celalus die tonurt seiner klagen Wieland Aur. u.
Cefalus 665; auf diese tonart einzugechen Bismarck
Red. 2, 39; den gegnern, die diese tonarl unschlagen
15, 225.— Tonsall, m. Fall der Tönc in einer Tonfolge:
melodischer tonfall eines Gesanges; er spricht mit wenig
tonsall. — Topfolge, k. Folge der Töne in einem Musikstücke.
— Tonhalle, #. neuere Bezeichnung eines großen
Saales oder Gebäudes für Musikauffübrungen. — tonkundig,
kundig der Töne, musikalisch gebildet und geübt:
von zwecn tonkundigen söhnen des jägers Voß Lnise
tonangebend — konkundig.
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3, 2, 492. — Tonkuast, (. deutscher Ausdruck des 17. Ih.
für Musik, donkunst Stieler; ich singe fein, reent
nach der tonkunst grunden Hagedorn Fab. 2, 25;
er musz viel von der tonkunst wissen Gellert Oralel 6.
— Tonlünstler, m. Künstler in der Musik: donkunstler,
murkieies. nliilumusus, cuntor. musicae perilus Stieler.
— Tonlage, k. Lage der Töne nach Höhe oder Tiese:
erdröhnten nur die ersten silben in tieler tonlage Keller
Werke 6, 15. — Touleiter, f. stufenweises Auf= und Absteigen
der Töne, deutsches Wort für lat. seala seit 19. Zh.
— tonlos, ohne Ton, als neues Wort bei Campe aufgeführt:
dasz die eigenen gesunge mir wie lonlos kommen
vor Rückert Liebesfr. 3, 13; tonlos sprangen auf
die thuren Geibel 1, 177; grammatisch, — nicht den
Ton habend, tonlose silben Campe. — tonmalend,
gleichsam durch den Ton oder mit Tönen malend: tonmalende
wortbildungen, wie puff, pipsen; ein tonmulendes
musikstuek; dazu Tonmalerei, f. — Tonmaß, n.
Zeitmaß eines Tones oder einer Folge von Tönen, in der
Musik oder im Sprechen. — tonreich, reich von Tönen:
wie ein quclI. brichts nun hervor, gewaltig. tonreieh
Geibel 1,94.— Tousatz, m. musikalischer Satz: meister
im tonsalz. — Tonsetzer, m. Komponist. — Tonsilbe, l.
Silbe eines Wortes, worauf der Ton liegt Adelung.
— Toustück, n. Musilstück. — Tonweise, . Melodie. —
Tonwerkzeug, v. musikalisches Instrument. — Tonzeichen,
n. musikalisch, Zeichen des Tones, Note, in
alterer Musikschrift Neumen u. ä.; grammatisch, Zeichen,
den Ton der Silben damit zu dezeichnen Adelung.
Touen, 1) Ton von sich geben, erklingen, in älterer
Spr.: wenn es aber (vom Berge Sinai) lange dohnen
wird 2. Mos. 19, 13; ein donend erz oder eine klingende
schelle 1. Cor. 13, 1; es tohnt das trarura der lermenden
trompeten Schottel 63; vgl. auch ertonen unter ertönen,
und betonen. 2) in jetziger Spr., namentlich bei
Photographen, ein bild tonen, nach ton 2. — tönen,
Ten erzeugen und gehen lassen, mhd. daenen; in musikalischem
Sinne, ohne Object, von Lebewesen: in den
ouwen deenent nahtegal KpLandegge 19, 12; blicsen
mit dromcten und dönelen hoch Sir. 50, 18; dergleich
wie auch thun die sirenen im wilden mer #o sueslich
thönen mit so wolnutendem gessng HSachs
Fab. 2, 27; auch: töne, schwauger, ins horn Goethe an
Schwager Kronos; mehr auf Erzengen eines bloßen
Schalles bezogen: dus volk döncte laut, dus mun das
geschrei ferne hörete Esra 3, 13; er wird jauchzen und
dönen Jes. 12, 13; dus es von menschen dönen sol Micha
2, 12; lönten sie (die Engel) oft mit dem purpurflugel
Klopstock Mess. 13, 6; höllischer schlangen zischendes
tönen Schiller Br. v. Mess. 2416; — tönen von Dingen:
eine posaune, horfe, cin lied, gesang tönt, slimmen
tönen; ieh wiene, Orphees zunge . diu dernelc 0z ir
ider Nachtigall von Hagenan) munde Trist. 1790; vor
diescr töncnden stimme, die. mit silbernem laule, wie
in gesunge dahinflos= Klopstock Mess. 5, 100; dus zerschlugene
klavier tönct nicht mehr Schiller Näub. 5,1;
trommeln tönen von allen enden Fiesko 5, 1; suszes
tönen .der flöte Br. v. Mess. d74; wenn die glocke
dunn tönt zu der orgel Goethe Herm. u. Dor. 1; dunn
musz klung der gluser tönen Div. 1, 7; vor meinen
ohren tönt das ulte hed Iphig. 1, 5; so leuchten sie
(die Sphären) und tönen Rückert Liebesfr. 1, 12; mit
Bestimmung des Zwecks: Lur euch tönt meine leier nicht
Wieland Am. 1, 8; das concert der vögel tönet dir
Hölty 120; laszt den jubel tönen dem blutlos schönen
sicg der holden eintracht Grillparzer 5, 102; tönende
worte, ost mit dem Nebenbegrisse des Hoblen: fuhrte in
tönenden worlen himmel und hölle on uns voruber
Keller Werte 1, 319; was soll mir noch der worte citles
tonen Körner Hedwig 2, 3; doch auch ohne solchen:
mein nume stirbl hier zu land mit mir — möge der
(deinige desto länger tönen! Hauff, ?7; — lönen mit
Tonkunst — tönen.