Preußen (unter Wilhelm 1.).
war zum Angriff gegen Frankreich bereit,
als der Friede von Villafranca (11.
uli) diese Maßregel unnötig machte. Die
chritte, welche 1860 der Prinz-Regent
behufs einer Bundesreform beim Bundestag
that, hatten keinen Erfolg, in Frankfurt
verwarf man den preubiß
auf Verbesserung der Bundeskriegsverfassung.
Deshalb ging der Prinzle ent
mit Eifer an die Durchführung der Her
resreorganisation in P., deren Notwendigkeit
er schon beim Antritt der Regenischaßt
betont hatte. Nach Roons übernahme des
Kriegsministeriums (5. Dez. 1859) wurde
9. Febr. 1860 ein neues Wehrgesetz den
Kammern vorgelegt, welches die Dienstzeit
der Reserve auf vier Jahre erhöhte, die
der Landwehr verringerte, vor allem eine
erhebliche Vermehrung der Kadres der stehenden
Armee (117 Bataillone und 18
Kavallerieregimenter) forderte. Der Landtag
besaß nicht den Mut, die Vorlage definitiv
abzulehnen, faßte die Vermehrun
der Armee als eine Pitwellige Maßrege
auf und bewilligte 9 Mill. Thlr. im Ertraordinarium
zur Erhaltung des * in
erhöhter Kriegsbereitschaft bis 30. Juni
1861. Indem die Regierung diese Mittel
zur Errichtung definitiver neuen Truppenkörper
verwandte, beseitigte sie die Möglichkeit,
die Heeresreorganisation je wieder
rückgängig zu machen. Diese beiderseitigen
hler hatten dann den Verfassungsonflikt
zur Folge.
Nach dem Tod König Friedrich Wilhelms
IV. bestieg der Prinz-Regent 2. Jan.
1861 als Wilhelm I. den Thron. Während
das Herrenhaus sein Einverständnis
mit dem Plan der Heeresreform in einer
Adresse kundthat, begnügte sich das Abgeordnetenhaus
damit, die Bewilligung
des außerordentlichen Zuschusses für die
Armee auf ein Jahr zu verlängern. Damals
ging aus der liberalen Partei, die
sich um Vincke gruppierte, eine neue hervor,
welche sich zunächst als Fraktion
-Jung-Litauen-, dann 9. Juni Deutsche
Fortschrittsparteie (s. d.) nannte. Dagegen
ründeten die Konservativen 20. Sept. den
Preußischen Volksverein, dessen Wahlspruch
das Königtum von Gottes Gnaden
war. Diese Bedentung seines Königtums
chen Antrag1
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betonte auch Wilhelm I. bei seiner Krönung
18.Okt. in Königsberg. Als das Abgeordnetenhaus
den Antrag Hagen, welcher
eine größere Spezialisierung der Ausgaben
im Budget schon für das laufende Finanzjahr
verlangte, annahm, wurde es 11. März
862 auf elöst und 18. März ein konservatives
Ministerium unter dem Prinzen
Adolf von Hohenlohe-Ingelfingen berufen.
Die Neuwahlen fielen zu Gunsten der
Frbschittgberte aus, das Abgeordnetenaus
verwies die Kosten der Heeresreorganisation
unter die außerordentlichen Ausgaben
und strich sie auch hier (27. Aug.).
berief der König den Gesandten am
französischen Hofe, v. Bismarck-Schöngauf
en (s. d.), an die Spitze des Miniteriums.
Als das Herrenhaus 11. Okt.
das vom Abgeordnetenhaus beschlossene
Budget verwarf und die Regierungsvorlage
wiederherstellte, erklärte dies das Abgeordnetenhaus
für verfassungswidrig.
amit stand man dem Verfassungskonflikt
offen gegenüber, jede Partei warf der andern
die Verletzung der Verfassung vor.
Die Abneigung gegen die Regierung steigerte
sich in den liberalen Kreisen, als dieselbe
8. Febr. 1863 mit Rußland eine
Konvention wegen des Aufstands in den
russisch-polnischen Provinzen abschloß. Die
Regierung hatte ihre Forderungen in der
Militärfrage als Novelle zum Wehrgesetz
von 1814 wiederum eingebracht, doch die
Militärkommission des Abgeordnetenhauses
lehnte sie 24. April von neuem ab.
Als das Präsidium die Disziplinargewalt
auch über die Mitglieder des Ministeriums
beanspruchte, blieben die Minister den
Sitzungen fern, und als das Haus darauf
in einer Adresse die Entlassung derselben
verlangte, erfolgte 27. Mai der Schluß
des Landtags. Wenn die Regierung hoffte,
daß ihre ablehnende Haltung gegenüber
dem von Österreich berufenen Fürstenkongreß
und die Reformvorschläge, welche
Bismarck in einer Denkschrift für den
Deutschen Bund machte, auf die Stimmung
des Landes ihren Eindruck nicht
verfehlen würden, so täuschte sie sich. Vielmehr
ging aus den Neuwahlen, welche die
Regierung nach Auflösung des Abgeordnetenhauses
im Oktober vornahm, die Fort-