Full text: Impf-Friedhof.

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Dies wird von der Mutter ausdrücklich bestätigt. Seit der Impfung 
Leib= und Kopfschmerzen; bekam 1 mal in der Schule und 1 mal 
daheim Ohnmachtsanfälle; gestern, am 7. 5. 1911, Halsschmerzen und 
Luftmangel. 
32. Banreuth. Elly Wally Sch., am 25. 9. 1909 geboren und 
geimpft am 6. 5. 1910, ist seit dieser Zeit kränklich und mit Aus- 
schlag behaftet, während sie vorher vollkommen gesund und von reiner 
Haut war. 
33. Banreuth. 1909. Der 1¼ jährige Knabe Kirstein in 
St. Johannis bei Bayreuth verweigerte einige Tage nach der Impfung 
die Nahrungsaufnahme. Die Impfstellen sind hochgradig entzündet; 
Ausdehnung der Entzündung über den ganzen Arm. Die Meldung 
gelangte an den Impfarzt, der aber nicht kam. Am 5. oder 6. Tage 
trug die Mutter das Kind zu Dr. Hôpfl, der 41 Grad Fieber und 
hochgradige Lungenentzündung feststellte, wobei er zugab, daß das 
mit dem Arm zusammenhinge. Die Impfpusteln fraßen bis auf die 
Knochen durch. Der Arm brauchte 6 Wochen zur Heilung, danach 
schwollen Oberschenkel und Hüfte an. Alles war voll Eiter. Vier 
Operationen wurden notwendig. Nach 11 Wochen Behandlung blieben 
tiefe Narben, ebenso Verkürzung des Beines. Der Knabe hinkt. Er 
war vor dem Impfen sehr kräftig, was selbst der Arzt vor der 
Operation betonte. 
Frau Kirstein hatte 1910 wieder ein impfpflichtiges Kind. Sie 
schrieb auf einen Zettel, den sie dem Impfarzt schickte, sie lasse nicht 
impfen, denn einen Krüppel habe sie schon, einen zweiten lasse sie 
sich nicht machen. 
34. Baneuth. 1909. Kunigunde Gräßl ließ ihren 21 Wochen 
alten Knaben impfen. Er war z. Z. der Impfung sehr wund. Dieses 
Wundsein hörte nach der Impfung plötzlich auf, dagegen zeigten die 
Impfstellen starke Entzündung, der Arm wurde rot und blau, es 
stellten sich starkes Fieber, Erbrechen und Krampfe ein. Die Impfung 
fand am 5. 5. 1009 statt; das Kind starb an den Folgen am 
25. ö. 1909. 
35. Banreuth. 1907. a) Der sehr kräftig entwickelte, 1 jähr. 
Sohn des Porzellan-Fabrikanten Meyer wurde privat geimpft. Die 
Pustelbildung war gering. 3—4 Wochen später bekam er Ausschlag 
am Ohr bis über den Kopf, starke nässende Borkenbildung, Drüsen- 
anschwellung, dann Mittelohreiterung, mehrere Abszesse sehr großer 
Art an Beinen und Brust, dann Croup.